Politik

"Wäre ein Erfolg für Merz"Bundesregierung hofft auf Trump-Bekenntnis zur Nato

03.03.2026, 05:41 Uhr
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Bundeskanzler Merz besteigt den Regierungsflieger für den Flug nach Washington. (Foto: picture alliance/dpa)

Der schon länger geplante Besuch des Kanzlers bei Trump fällt mit dem Beginn des Iran-Krieges zusammen. Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung glaubt nicht, dass der US-Präsident dabei ein größeres Engagement Deutschlands einfordern wird. Stattdessen hofft er auf Einverständnis bei der Nato.

Vor dem heutigen Empfang von Kanzler Friedrich Merz durch US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus setzt die Bundesregierung auf eine klare Haltung Trumps bei Handelspolitik, Ukraine-Krieg und Nato-Beistandsklausel. "Deutschland will von den USA Sicherheit für Handel und Investitionen, und eine dauerhafte Verlässlichkeit bei der Unterstützung der Ukraine. Ein erneutes klares Bekenntnis Trumps zu Artikel 5 des Nato-Vertrages, also zur Beistandsklausel, wäre sehr gut", sagte der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Metin Hakverdi, im Interview mit dem "Tagesspiegel": "Sollte der Kanzler das alles erreichen, wäre seine Reise ein enormer Erfolg."

Neben dem aktuellen Thema Iran dürfte der Kanzler die Sicherheitslage in Europa ansprechen, vor allem den Krieg Russlands in der Ukraine, sagte der SPD-Politiker Hakverdi: "Wichtig wäre außerdem, dass Kanzler und Präsident über Handel und gegenseitige Investitionssicherheit reden." Trump habe in seiner gut einjährigen Amtszeit immer wieder "beide Themen - Sicherheit und Handel - miteinander verknüpft".

"Zollabkommen nicht tot"

Deutschland stehe "stark im Fokus der USA", sagte Hakverdi, der Ende Februar mehrere US-Bundesstaaten besucht hatte: "Von uns Deutschen wird Führung erwünscht und erwartet." Deutschland sei die größte ökonomische Kraft und führe Europa sicherheitspolitisch in die Zukunft, sagte der SPD-Politiker: "Diese Rolle Deutschlands wollen alle politischen Akteure in den USA: das Weiße Haus, Republikaner und Demokraten im Kongress."

Hakverdi erwartet "eher nicht", dass Trump von Berlin ein stärkeres Engagement in Nahost einfordern wird. "Deutschland spielt im Nahen Osten eine andere Rolle. Militärisch sind wir an dem derzeitigen Konflikt nicht beteiligt", sagte er. Das auf Eis gelegte Zoll-Abkommen zwischen der EU und den USA sei "nicht tot", erklärte Hakverdi weiter. Die Einigungsbereitschaft sei auf beiden Seiten des Atlantiks da. "Nun geht es weniger um die Zölle, sondern um die Grundsatzfrage: Gelten die Vereinbarungen, die getroffen worden sind? Da hat Trump in der Causa Grönland Zweifel gesät, indem er den EU-Staaten plötzlich zusätzliche Zölle androhte." Die EU wolle "keine plötzlichen Volten, sondern Verlässlichkeit".

Quelle: ntv.de, mau

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