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Nach tödlichem Unglück in Mali Wartungsfehler brachte "Tiger" zum Absturz

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Der "Tiger" gehört zu den modernsten Großgeräten der Bundeswehr.

(Foto: picture alliance / Marc Tessenso)

Im vergangenen Jahr sterben zwei deutsche Soldaten bei einem Hubschrauberabsturz in Mali. Nun hat die Bundeswehr ihre Untersuchungen abgeschlossen. Demnach tragen die Piloten keine Schuld an dem Unglück.

Für den tödlichen Absturz eines deutschen "Tiger"-Kampfhubschraubers in Mali im vergangenen Jahr war nach einem Unfallbericht der Bundeswehr ein Wartungsfehler verantwortlich. "Die allein unmittelbare und direkt wirkende Ursache des Flugunfalls war eine fehlerhafte Einstellung der Flugsteuerung des Hubschraubers durch die betreuende Industrie", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums unter Berufung auf die Untersuchungsergebnisse. "Laut dem Bericht hatten die Piloten keine Chance, das Unglück abzuwenden. Sie waren sehr erfahren und gut ausgebildet."

Bei dem Unglück am 26. Juli 2017 waren zwei Soldaten ums Leben gekommen. Der als geheime Verschlusssache eingestufte Unfallbericht wurde am Dienstagabend den Obleuten des Bundestags-Verteidigungsausschusses vorgestellt. Er könnte auch relevant für staatsanwaltschaftliche Ermittlungen sein. Die "betreuende Industrie" ist beim "Tiger" der Hersteller Airbus, der die Wartungsarbeiten vornimmt.

Der Kampfhubschrauber war bei dem Unglück innerhalb von drei Sekunden in einen unkontrollierten steilen Sturzflug gegangen, nachdem sich der Autopilot ausgeschaltet hatte. Die Handlungsfähigkeit der Piloten war durch die plötzliche Beschleunigung eingeschränkt, der Hubschrauber stürzte aus knapp 500 Metern Höhe ab.

Bundeswehr flog 185 Tiger-Einsätze in Mali

Die Bundeswehr ist im Norden des westafrikanischen Wüstenstaats Mali an der UN-Mission Minusma beteiligt, bei der es um die Überwachung eines Friedensabkommens zwischen der Regierung und mehreren Rebellengruppen geht. Islamistische und andere Aufständische hatten den Norden Malis 2012 vorübergehend unter ihre Kontrolle gebracht, bis französische Truppen intervenierten.

Der Kampfhubschrauber "Tiger" gehört zu den modernsten Großgeräten der Bundeswehr. Er kann beispielsweise zum Schutz von Konvois, aber auch zur Aufklärung eingesetzt werden. Das Verteidigungsministerium betonte, die fehlerhafte Einstellung der Steuerung sei ein Einzelfall gewesen. "Die restliche Tiger-Flotte wurde durchweg sicher betrieben."

Die Mission der Kampfhubschrauber in Mali dauerte 14 Monate und endete am 15. Juni diesen Jahres. Insgesamt flogen die "Tiger" dort 185 Einsätze. Aktuell werden sie nicht im Ausland eingesetzt.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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