Politik

Mann wurde von Polizei gesucht Was wir über den Angreifer von Orly wissen

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Großeinsatz am Flughafen von Paris-Orly.

(Foto: imago/PanoramiC)

Der Täter von Paris-Orly wurde schon vor seinen Angriffen von der Polizei gesucht. Nun gibt es weitere Hintergründe: Offenbar stand der Franzose schon 2015 unter Radikalisierungsverdacht, doch eine Hausdurchsuchung blieb ergebnislos.

Der Mann, der am Flughafen Orly eine Soldatin entwaffnen wollte, wurde schon vor seiner Tat von der Polizei gesucht. Innenminister Bruno Le Roux bestätigte, dass der Name des Franzosen Polizei und Geheimdiensten bekannt gewesen ist. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun in Bezug auf einen terroristischen Hintergrund.

Der Angreifer war mehrfach vorbestraft und wurde von der Kriminalpolizei gesucht. Er soll unter anderem wegen bewaffnetem Raubüberfall und Drogenhandel vor Gericht gestanden haben. Bereits 2015 stand er zudem unter Radikalisierungsverdacht. Nach Informationen der Zeitung "Le Figaro" soll er aber nicht in die Datenbank möglicher Gefährder aufgenommen worden sein.

In den Wochen nach den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015, bei denen Islamisten 130 Menschen getötet hatten, durchsuchten die Behörden zahlreiche Wohnungen, um mögliche gewaltbereite Extremisten aufzuspüren. Der nach der Terrornacht verhängte Ausnahmezustand erlaubt den Sicherheitskräften Hausdurchsuchungen ohne Richterbeschluss. Eine Wohnungsdurchsuchung habe damals aber nichts ergeben, verlautete aus Polizeikreisen.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte nach der Attacke am Flughafen gemeldet, dass es sich bei dem Angreifer offenbar um einen gesuchten Islamisten handele. Nun wird auch im Umfeld des Mannes ermittelt. Sein Vater und sein Bruder wurden festgenommen, wie es in solchen Fällen üblich ist. Seine Wohnung im nördlichen Pariser Vorort Garges-lès-Gonesse wurde durchsucht. 

Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel von Terroranschlägen. Erst vor einigen Wochen war nahe dem Pariser Louvre-Museum ein Mann niedergeschossen worden, der sich mit Macheten auf eine Militärpatrouille gestürzt hatte. Wegen der Terrorgefahr patrouillieren Soldaten an Flughäfen, Bahnhöfen und anderen gefährdeten Orten.

Quelle: ntv.de, sgu/dpa/AFP