Politik

"Willkürliche Inhaftierungen" Washington warnt vor China-Reisen

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Die Protestler in Hongkong hoffen auf die USA - diese Frau wird am 4. Juli vor dem US-Konsulat allerdings von Polizisten bedrängt.

(Foto: dpa)

Das Verhältnis zwischen den USA und China ist, gelinde gesagt, angespannt. Streitfelder gibt es genug: Hongkong und Handel, Corona und Menschenrechte. Nun sprechen die USA eine Reisewarnung aus - es bestehe ein erhöhtes Risiko für China-Reisende, verhaftet zu werden. Andere Länder agieren ähnlich.

Angesichts wachsender Spannungen im Verhältnis zu Peking hat die Regierung in Washington US-Bürger vor Reisen nach China gewarnt. Das US-Außenministerium erklärte, derzeit bestehe ein "erhöhtes Risiko" für "willkürliche Inhaftierungen" in der Volksrepublik. Hintergrund ist der Streit zwischen Peking und Washington etwa wegen der Lage in Hongkong.

Laut State Department drohen US-Bürgern Verhöre und Inhaftierungen "aus Gründen der 'Staatssicherheit'". Auch sei mit Ausreiseverboten zu rechnen. Australien und Kanada gaben ebenfalls Reisewarnungen heraus, auch sie befürchten willkürliche Inhaftierungen ihrer Staatsbürger in China.

Im vergangenen Jahr war der chinesisch-australische Autor Yang Hengjun in China festgenommen worden. Anfang des Jahres wurde er wegen Spionage angeklagt. Auch zwei Kanadier wurden in der Volksrepublik inhaftiert, nachdem die kanadischen Behörden Ende 2018 auf Grundlage eines Haftbefehls der USA die Finanzchefin des chinesischen Telekommunikationsriesen Huawei, Meng Wanzhou, festgenommen hatten.

Die Beziehungen zwischen China und den USA befinden sich derzeit auf einem Tiefpunkt. Neben dem Streit um Menschenrechtsverletzungen gegen Uiguren und Tibeter gibt es auch Streit über die Autonomie der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong, den Umgang mit der Coronavirus-Pandemie und Handelsfragen.

Quelle: ntv.de, mli/AFP