Politik

Angriff auf Rebellenhochburg Weißhelme melden neuen Giftgaseinsatz

Mit Chlorgas sollen syrische Truppen die Rebellenhochburg Duma angreifen, das melden gleich mehrere Hilfsorganisationen. Auch Kindern leiden demnach an Atemnot und Erstickungsanfällen. Die syrische Regierung spricht von einer "Farce".

Bei neuerlichen Luftangriffen auf die syrische Rebellenhochburg Duma ist nach Angaben örtlicher Rettungskräfte Giftgas eingesetzt worden. Mehrere Bewohner litten unter Atemnot, nachdem ein Wohngebiet mit Chlorgas angegriffen wurde, berichtet die syrische Hilfsorganisation Weißhelme. Auch die Hilfsorganisation Syrian American Medical Society meldet, Ärzte hätten mehrere Verletzte mit Symptomen einer Chlorgasvergiftung behandelt. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte litten mindestens elf Bewohner unter Symptomen wie Atemnot oder Erstickungsanfällen, darunter fünf Kinder.

Ein Vertreter der syrischen Regierung wies die Vorwürfe als "Farce" zurück. Die Regierungsarmee habe es bei ihrem Vorstoß in der Rebellenenklave Ost-Ghuta "nicht nötig, irgendeine chemische Substanz einzusetzen", sagte er laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana.

Die syrische Luftwaffe hatte Duma am Freitag und Samstag erneut angegriffen. Laut der oppositionsnahen Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien, deren Angaben für Medien kaum zu überprüfen sind, wurden dabei mindestens 48 Zivilisten getötet.

Die in der Rebellenenklave Ost-Ghuta liegende Stadt Duma wird bislang von der islamistischen Rebellengruppe Dschaisch al-Islam kontrolliert, die von dort aus immer wieder die Hauptstadt Damaskus beschießt.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP