Politik
Alexander Lukaschenko
Alexander Lukaschenko(Foto: dpa)
Dienstag, 10. Januar 2017

Kurztrips für EU-Bürger erlaubt: Weißrussland schafft Visumspflicht ab

Das autoritär regierte Weißrussland ändert seine Einreiseregelungen. Unter anderen brauchen auch EU-Bürger künftig kein Visum für Kurzaufenthalte mehr. Geschäftsreisen und Tourismus sollen so erleichtert werden.

Weißrussland schafft die Visumspflicht bei Kurzzeit-Aufenthalten für zahlreiche Länder ab, darunter Deutschland und alle anderen EU-Staaten. Wie am Montag in Minsk mitgeteilt wurde, unterzeichnete Staatschef Alexander Lukaschenko ein Dekret, wonach die Bürger aus insgesamt 80 Ländern für einen Aufenthalt von bis zu fünf Tagen in Weißrussland künftig kein Visum mehr brauchen.

Zu den Nutznießern der Neuerung zählen 39 europäische Länder sowie die USA, Japan und Brasilien. Die erleichterte Einreise solle Besuche von Geschäftsleuten und Touristen fördern, hieß es. Die Neuregelung tritt einen Monat nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.

Der autoritäre Staatschef Lukaschenko steht seit mehr als 20 Jahren an der Spitze Weißrusslands, das zwischen Polen und Russland liegt. Nach Repressionen der Regierung in Minsk gegen die Opposition und unabhängige Medien nach der Präsidentschaftswahl 2010 verhängte die internationale Gemeinschaft Sanktionen gegen Weißrussland. Ein Großteil der Strafmaßnahmen wurde 2015 wieder aufgehoben, nachdem die weißrussischen Behörden mehrere politische Gefangene freigelassen hatten.

Anfang des Jahres hatte bereits Kasachstan im Werben um Touristen und Investoren die Visums-Pflicht für Besucher aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union aufgehoben. Die Neuregelung für Aufenthalte von bis zu 30 Tagen gilt auch für alle Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Quelle: n-tv.de

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