Politik

Wenig Entgegenkommen des IranMilitärexperte Masala sieht "strategische Niederlage der USA"

08.04.2026, 09:51 Uhr
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Hat sich die US-Regierung mit dem Angriff auf den Iran verzettelt? (Foto: picture alliance / Sipa USA)

US-Präsident Trump spricht mit Blick auf die vereinbarte Feuerpause mit dem Iran von einem "vollständigen Sieg" der USA. Obwohl nun weitere Verhandlungen anstehen, gibt es an dieser Darstellung erhebliche Zweifel. Ein Experte sieht die Forderungen der US-Regierung mitnichten erfüllt.

Der Militärexperte Carlo Masala sieht nach der Einigung auf eine Waffenruhe im Iran-Krieg und der Öffnung der Straße von Hormus keinen richtigen Sieg für die USA und Israel. "Das, was jetzt erreicht worden ist, sieht eher nach einer strategischen Niederlage der Vereinigten Staaten von Amerika aus", sagte der Experte der Bundeswehr-Universität München im Deutschlandfunk.

Der vom Iran vorgelegte Zehn-Punkte-Plan für eine Beendigung des Krieges, der laut Trump eine sehr gute Basis für Verhandlungen sei, "da ist ja wenig iranisches Entgegenkommen gegenüber den amerikanischen Forderungen von Beginn an drin". Deswegen könnten die USA nicht von einem vollumfänglichen Sieg reden.

Masala verwies darauf, dass bisher nur die offizielle Verlautbarung der Iraner bekannt sei - das sei noch meilenweit von dem entfernt, was die USA wollten. "In dem Zehn-Punkte-Plan der Iraner ist weiterhin drin, dass zukünftig bei der Befahrung der Straße von Hormus Geld gezahlt werden muss, das zu gleichen Teilen an den Iran und an den Oman geht. Und es gibt wohl noch eine Version in Farsi, in der drin ist als Forderung, dass die Vereinigten Staaten den Iranern die Anreicherung von Uran erlauben." In der englischen Fassung tauche das aber nicht auf. "Also von daher stehen uns jetzt wirklich noch zwei Wochen harte Verhandlungen bevor. Aber das ist alles nicht ein vollumfänglicher Sieg der Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Masala.

US-Präsident Donald Trump hatte die vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe mit dem Iran zuvor als "totalen und vollständigen Sieg" für die USA bezeichnet. "Hundert Prozent. Ohne jeden Zweifel", sagte er der Nachrichtenagentur AFP in einem kurzen Telefonat. Die USA hätten einen Zehn-Punkte-Plan aus Teheran erhalten, der eine brauchbare Verhandlungsgrundlage darstelle. Ein mögliches Friedensabkommen werde auch das iranische Atomprogramm abdecken. "Das wird perfekt geregelt sein, sonst hätte ich mich nicht darauf eingelassen", sagt Trump.

Was mit dem Uran passieren solle, erläuterte er nicht. Auf die Frage nach seinen früheren Drohungen, zivile Kraftwerke und Brücken im Iran zu zerstören, falls die Vereinbarung scheitert, antwortet er dem Bericht zufolge lediglich: "Das werden Sie abwarten müssen." Trump, der im Kriegsverlauf wiederholt seine Ziele und Zeitpläne geändert hat, bekräftigt, dass die US-Ziele erreicht worden seien.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa/rts

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