Politik

Griechenland-Fahrplan Wie geht es jetzt weiter in Athen?

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(Foto: AP)

Das griechische Schuldendrama hat seinen Höhepunkt erreicht, so scheint es. Doch in den kommenden Tagen stehen weitere Entscheidungen an. Dies sind die wichtigsten Termine, die man unbedingt kennen sollte.

16. Juli, Donnerstag

Nach dem Ja des griechischen Parlaments ist an diesem Donnerstag erneut die Europäische Zentralbank am Zug. Der EZB-Rat muss entscheiden, ob sie die Notkredite für die griechischen Banken aufrecht erhält oder sogar aufstockt. In Athen dürfte sich der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras der Neubildung seiner Regierung widmen.

17. Juli, Freitag

Der Bundestag trifft sich zu einer Sondersitzung. Die 631 Abgeordneten stimmen darüber ab, ob Finanzminister Wolfgang Schäuble ein Verhandlungsmandat über ein neues Griechenland-Paket erhalten soll. Trotz Unmuts in der Unionsfraktion gilt eine Mehrheit als wahrscheinlich. Dennoch muss der Bundestag in ein paar Wochen ein weiteres Mal abstimmen, über das Ergebnis der Verhandlungen. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

20. Juli, Montag

Kein Tag, dem die griechische Regierung entgegenfiebern dürfte: Das Land muss Schulden in Höhe von 3,5 Milliarden Euro, inklusive Schulden sogar 4,2 Milliarden Euro, an die EZB zurückzahlen. Geld, das Athen nicht hat. Nur: Was passiert, wenn die Griechen nicht zahlen? "Eigentlich müsste die EZB ihre Unterstützung einstellen, wenn die Frist verstreicht. Die griechischen Banken würden dann zusammenbrechen und wären nicht mehr funktionstüchtig", sagt DIW-Präsident Marcel Fratzscher n-tv.de. Im Gespräch ist eine Brückenfinanzierung. Die Eurozone würde in diesem Fall Garantien übernehmen, Griechenland die Kredite zumindest kurz- und mittelfristig bedienen kann. "Aus eigener Kraft dürfte die EZB das nicht. Denn das wäre monetäre Staatsfinanzierung", sagt Fratzscher. "Die EZB hat sich ohnehin schon extrem großzügig gezeigt. Viel weiter kann sie nicht gehen."

22. Juli, Dienstag

Athen muss bis zu diesem Tag weitere Reformen beschlossen. Gerichtsverfahren sollen beschleunigt und die Richtlinie zur Sanierung und Abwicklung von Banken umgesetzt werden.

Weitere Termine

31. Juli: Moody's prüft Griechenland-Rating

7. August: Geldmarktpapiere über 1 Milliarde Euro werden fällig für Athen.

13. August: Die Daten des griechischen Bruttoinlandsprodukts für das 2. Quartal werden veröffentlicht.

20. August: Weitere Schulden werden fällig für Griechenland: 3,2 Milliarden Euro an die EZB und nationale Zentralbanken.

Quelle: n-tv.de, cro/DJ

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