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Bekennerschreiben aufgetaucht Wiener Anwalt steckt hinter Ibiza-Video

Ex-Vizekanzler Strache und sein Adlatus Gudenus auf Ibiza.

Ex-Vizekanzler Strache und sein Adlatus Gudenus auf Ibiza.

(Foto: Screenshot Spiegel/SZ)

Das Skandal-Video von Ibiza beendet mehrere Politkarrieren und bringt eine Regierung zu Fall. Wer hinter dem brisanten Videomaterial steckt, war aber nicht bekannt - bis jetzt. Ein Wiener Anwalt gibt nun seine Mitwirkung zu: Er habe Missstände aufdecken wollen.

Ein Wiener Anwalt hat Berichten zufolge seine Mitwirkung an dem Enthüllungsvideo über den FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache eingeräumt. "Es handelte sich um ein zivilgesellschaftlich motiviertes Projekt, bei dem investigativ-journalistische Wege beschritten wurden", ließ Ramin M. über den Rechtsanwalt Richard Soyer mitteilen. Das berichten die "Welt" und österreichische Medien, denen das Schreiben vorliegt. "Aufgrund der Reaktionen der betroffenen Politiker entfaltete sich in der Folge eine Eigendynamik."

Für seinen Mandanten seien aber nur "demokratiepolitische und rechtliche Überlegungen" relevant, erklärte Soyer in der Mitteilung weiter. Er habe sich nicht an strafbaren Handlungen beteiligt. Ein "verdeckter Kameraeinsatz" sei "zur Aufdeckung von Missständen zulässig und durch die Meinungsfreiheit geschützt".

Der Name des Wiener Anwalts wird in österreichischen Medien bereits seit Tagen mit der Ibiza-Affäre in Verbindung gebracht. In dem heimlich gedrehten Video hatte sich Strache vor der Parlamentswahl 2017 bereit gezeigt, als Gegenleistung für verdeckte Wahlkampfgelder öffentliche Aufträge an die angebliche Nichte eines russischen Oligarchen zu vergeben. Die Veröffentlichung der Aufnahmen führte zu einem politischen Erdbeben in Österreich: Strache trat von seinen Ämtern als Vizekanzler und Parteichef zurück. Die Koalition aus seiner rechtspopulistischen FPÖ und der konservativen ÖVP zerbrach.

Justiz ermittelt bereits

Der Ex-Vizekanzler erklärte, er habe bei der Staatsanwaltschaft Wien Anzeige gegen drei mutmaßliche Drahtzieher des Videos erstattet. Die drei seien "mögliche Mittäter" bei der Erstellung der Aufnahmen. Der ehemalige FPÖ-Chef nannte keine Namen und sagte auch nicht, auf welche Straftaten sich die Anzeigen beziehen.

Die österreichische Justiz hat bereits Ermittlungen wegen der geheimen Videoaufnahmen aufgenommen. Aber auch Strache und anderen FPÖ-Vertretern drohen Ermittlungen wegen dessen Äußerungen über illegale Parteispenden.

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP

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