Politik

Söder grüßt Laschet "Wir werden das schon irgendwie rocken"

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"Alles wird gut!", sagt Söders Tasse. "Liebe Grüße nach Aachen", sagt Söder.

(Foto: Screenshot)

Als Zeichen der Einheit der Unionsparteien spricht der CDU-Vorsitzende Laschet das Grußwort auf einer Online-Konferenz der CSU. Parteichef Söder dankt mit einem "lieben Gruß" nach Aachen. Auf Spitzen gegen Laschet verzichtet er - fast.

Zwei Gläser stehen auf dem Tisch, eins für CSU-Generalsekretär Markus Blume, das andere für CSU-Chef Markus Söder. Dazu eine Tasse mit der Aufschrift "Alles wird gut!" Die Tasse, angesichts der zwei Gläser eigentlich völlig überflüssig, gehört Söder.

Auf Blumes Frage, wie seine Stimmungslage sei, antwortet Söder, die sei "natürlich gut". Und er spricht gleich, ohne das Thema direkt zu erwähnen, über seine Kanzlerkandidaten-Kandidatur. "Wir haben ja versucht, ein Angebot zu machen, einen Beitrag. Am Ende hat's aber eine klare Entscheidung gegeben, und deswegen ist für uns auch ganz klar: Wir haben ein Ziel  - gemeinsam erfolgreich für Deutschland zu sein." Harmonie ist angesagt.

Was Söder und Blume hier anmoderieren, ist der Auftakt für eine digitale Debatte der CSU über das noch zu schreibende Wahlprogramm. Im Wahlkampf habe die CSU einen klaren Auftrag, sagt Söder: "Wir wollen natürlich nicht nur in Bayern Nummer eins bleiben, sondern einen überdurchschnittlichen Beitrag für den Gesamterfolg bringen, das ist unser klares Ziel. Und wir wollen in Deutschland nicht den Grünen das Land überlassen."

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Blume und Söder in München, Laschet in Aachen.

(Foto: dpa)

Seine Überzeugung sei, "dass die Grünen manche gute Idee haben, aber die Wahrheit ist doch, dass man das Land nicht diesen vielen, vielen Ideen überlassen kann". Söder wirft den Grünen "doppelte Moral-Ideen" vor: "Bäume fällen, Straßen teeren, Diesel fahren - das tun die Grünen genauso wie jeder andere. Insofern glaube ich, ist dieser Ansatz, dass die Grünen über das Wasser laufen können, sicherlich nicht gerechtfertigt." Ziel der CSU sei es, "gemeinsam für Deutschland erfolgreich zu sein und Armin Laschet zu unterstützen".

Warnung vor Rot-Rot-Grün

Eigentlich ist nun alles gesagt, aber dann folgt noch das Grußwort des CDU-Vorsitzenden. Laschet, zugeschaltet aus seiner Heimatstadt Aachen, spricht über den Impffortschritt, das anstehende Modernisierungsjahrzehnt und die klimapolitischen Herausforderungen. "Markus Söder drängt ja, genauso wie ich, immer darauf, dass wir uns jetzt modern aufstellen müssen", so der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. Im innerparteilichen Rennen um die Kanzlerkandidatur hatte Söder sich stets als den Modernen dargestellt und den CDU-Vorsitzenden so zumindest indirekt als Mann von gestern abgestempelt.

Auch Laschet attackiert die Grünen, er wirft ihnen vor, nur über den Klimaschutz zu sprechen und dabei "die vielen mittelständischen Betriebe" zu vergessen, "die den Wohlstand für uns erarbeiten". Dem Vorwurf der Doppelmoral schließt er sich an. Im Westen der Republik gebe es noch Bahnstrecken Richtung Berlin aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Die Verkehrsminister der CSU hätten zwar viel investiert, damit das besser wird. "Aber wenn vor Ort eine Bürgerinitiative ist, die das verhindert, sind meistens die Grünen mit dabei." Zum Schluss warnt Laschet noch vor Rot-Rot-Grün. "Wenn Rot-Rot-Grün für Deutschland kommt, verlieren wir alle Chancen, im eigenen Land und international."

"Du kannst dich auf die CSU verlassen"

Söder dankt Laschet für sein Grußwort und sagt, er schließe sich "vollumfänglich an", ergänzt aber, dass die Union nicht nur Rot-Rot-Grün nicht wolle, sondern auch die Ampel nicht. "Auch wenn da die FDP sicherlich der sympathische Teil ist. Richtig sympathisch ist es nur, wenn die Union die Regierung stellt, und zwar von Spitze weg."

Die Einschätzung, dass der Wahlkampf nicht einfach werde, wiederholt Söder. "Aber du kannst dich auf die Unterstützung der CSU verlassen. Und ich sag's jetzt mal im Verhältnis von uns beiden: Wir werden das schon irgendwie rocken." Dann schickt er noch "liebe Grüße nach Aachen, oder sonst wo du grad unterwegs sein musst". Er selbst fahre morgen "übrigens nach Sachsen-Anhalt", wo er Wahlkampf für die CDU machen werde. "Du siehst also: Wir sind überall. Insofern: viel, viel Erfolg und alles, alles Gute." Laschet daheim, er selbst im Wahlkampf in Ostdeutschland  - diese kleine Spitze gab es dann doch.

"Alles wird gut!", die Tasse steht noch immer auf dem Tisch. Wer Söder kenne, der wisse, "dass bei diesem Mann nichts Zufall ist", schrieb die "Süddeutsche Zeitung", nachdem der CSU-Chef beim virtuellen Parteitag im Mai 2020 aus einer Star-Trek-Tasse getrunken hatte. Denn Söder lässt seine Tasse nicht zum ersten Mal sprechen. Beim virtuellen Parteitag der CSU im September 2020 stand auf seinem Becher "Winter is coming", der Winter kommt. Nachdem er sich heißen Kaffee eingeschenkt hatte, änderte sich die Aufschrift in "Winter is here", der Winter ist da.

Ihr Wahlprogramm wollen CDU und CSU im Juni präsentieren, gemeinsam.

Quelle: ntv.de

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