Politik

Auf lange Sicht "Kostenfalle"Wirtschaftsweise Schnitzer kritisiert Regierung für Heizungspläne

27.02.2026, 08:17 Uhr
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Schnitzer wünscht sich den Abbau bürokratischer Hürden. (Foto: IMAGO/photothek/Florian Gaertner)

Die Bundesregierung will die Vorgaben für Hausbesitzer beim Austausch von Heizungen deutlich lockern. Topökonomin Schnitzer hält das für einen Fehler. Das Nachsehen hätten nicht nur Heizungsbauer, sondern auch die Verbraucher.

Die Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, hat die von der Bundesregierung vorgelegten Eckpunkte für eine Reform des Heizungsgesetzes scharf kritisiert. Die Öffnung für Gas- und Ölheizungen bringe "neue Unsicherheiten", sagte die Münchner Ökonomin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Es sei überhaupt nicht absehbar, ob klimafreundliche Brennstoffe künftig zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar seien.

Außerdem werde der europäische Emissionshandel fossiles Heizen deutlich verteuern, erklärte Schnitzer. "In der Folge steigen die Co2-Preise stark an und fossiles Heizen wird deutlich verteuert." Gas- und Ölheizungen könnten sich deshalb "in der längeren Frist als Kostenfalle erweisen".

Die Unsicherheit könne man abbauen, "indem man den Umstieg auf die klimafreundlichen Technologien verlässlich günstiger macht, durch Abbau bürokratischer Hürden, auch bei der Förderung", sagte Schnitzer. "Dies würde es den Heizungsbauern und der Heizungsindustrie erleichtern, ihre Stückzahlen hochzufahren und dadurch die Preise endlich senken zu können."

Die Fraktionen der Regierungskoalition hatten sich am Dienstag auf eine deutliche Lockerung der Vorgaben für Hausbesitzer beim Heizungstausch verständigt. Die bisherige Vorgabe eines Anteils von mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energien bei der Wärmeversorgung soll demnach entfallen. Als Ausgleich für den Klimaschutz ist eine sogenannte Grüngasquote vorgesehen: Öl- und Gasheizungen müssen zu steigenden Anteilen mit Brennstoffen wie Biomethan und synthetischem Treibstoff betrieben werden.

Quelle: ntv.de, mpa/AFP

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