Politik

Inhaftierte Ausländer im Iran Wissenschaftlerinnen treten in Hungerstreik

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Prominente Gefangene: Die iranisch-britische Staatsbürgerin Zaghari-Ratcliffe sitzt seit 2016 im Iran im Gefängnis.

(Foto: REUTERS)

Eine Französin und eine Australierin sitzen seit Monaten im Iran im Gefängnis. Angeblich sind die beiden Wissenschaftlerinnen Spione. Aus Protest gegen die Haftbedingungen verweigern sie nun das Essen. Zumal sie nicht die einzigen westlichen Staatsbürger sind, die festgehalten werden.

Zwei seit Monaten im Iran inhaftierte Wissenschaftlerinnen aus Frankreich und Australien sind in einen Hungerstreik getreten. Die französisch-iranische Anthropologin Fariba Adelkhah und die britisch-australische Islamwissenschaftlerin Kylie Moore-Gilbert verweigern aus Protest gegen ihre Inhaftierung die Nahrungsaufnahme, erklärte das Pariser Forschungsinstitut Ceri.

Die beiden Forscherinnen erklärten in einem offenen Brief, sie seien im Gefängnis "psychologischer Folter" ausgesetzt. In dem Schreiben an das in New York ansässige Zentrum für Menschenrechte im Iran (CHRI) beklagten sie außerdem "zahlreiche Verstöße gegen unsere Menschenrechte". Mit ihrem Hungerstreik wollen sie nach eigenen Angaben auf das Schicksal aller Wissenschaftler aufmerksam machen, "die wie wir im Iran und im Nahen Osten zu Unrecht inhaftiert sind".

Die beiden Wissenschaftlerinnen werden wegen angeblicher Spionage im Iran festgehalten. Adelkhah war Anfang Juni festgenommen worden. Gilbert sitzt nach eigenen Angaben bereits seit 15 Monaten im Gefängnis. Australiens Außenministerin Marise Payne äußerte sich am Donnerstag "zutiefst besorgt" über die lange Haft für Moore-Gilbert. Ihre Regierung tue alles dafür, dass die Islamwissenschaftlerin freikomme.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte vor gut zwei Wochen die Freilassung Adelkhahs und ihres ebenfalls im Iran inhaftierten Kollegen Roland Marchal verlangt. Die Inhaftierung der beiden nannte er "inakzeptabel". Im Iran befinden sich derzeit eine ganze Reihe westlicher Staatsbürger in Haft.

Die prominenteste Gefangene ist die iranisch-britische Staatsbürgerin Nazanin Zaghari-Ratcliffe, die seit dreieinhalb Jahren eine Haftstrafe absitzt. Sie war nach einem Privatbesuch bei ihren Eltern im April 2016 verhaftet worden. Ihr werden Verschwörung, Zusammenarbeit mit westlichen Geheimdiensten und Spionage vorgeworfen. Sie streitet alle Vorwürfe ab, wurde aber trotzdem zu fünf Jahren Haft verurteilt. Während ihres Prozesses sagte der damalige britische Außenminister Boris Johnson, sie habe während eines Aufenthalts im Iran Journalismus gelehrt. Auch wenn sich Johnson später dafür entschuldigte, weil die Aussage nicht der Wahrheit entsprach, legten iranische Behörden dies als Beleg für Spionage aus.

Quelle: ntv.de, mau/AFP