Politik

Ermittlungen zur E-Mail-Affäre Wusste Comey von falschen Clinton-Infos?

296b5117ddafa98ed744cf3a1f663fe8.jpg

James Comey gerät durch einen CNN-Bericht unter Druck.

(Foto: AP)

Ex-FBI-Chef Comey soll von gefälschten Hinweisen zur E-Mail-Affäre von Hillary Clinton gewusst haben, ohne dies öffentlich zu machen. Dies berichtet der US-Sender CNN. Die falsche Fährte soll von russischen Geheimdiensten stammen.

Der frühere FBI-Direktor James Comey soll einem Bericht des Senders CNN zufolge gewusst haben, dass Informationen zur E-Mail-Affäre von Hillary Clinton vom russischen Geheimdienst erfunden worden waren - ohne dies publik zu machen. Comey habe befürchtet, dass eine Veröffentlichung dazu führen könnte, dass die Untersuchung sowie auch das Justizministerium ein Glaubwürdigkeitsproblem bekommen könnten, berichtet der Sender unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Comey hatte daraufhin die Ermittlungen beendet und einen Freispruch für Clinton empfohlen - obwohl er ihr Verhalten als "ausgesprochen leichtsinnig" einstufte. Laut CNN ist dies ein weiterer Hinweis darauf, wie weitreichend die Folgen von russischer Einmischung in den US-Wahlkampf 2016 waren. Unter Berufung auf Geheimdienstkreise berichtete der Sender, die Versuche, Falschinformationen zu streuen, hätten keineswegs aufgehört.

Nach geheimdienstlichen Erkenntnissen versuchte Moskau aktiv, die Präsidentenwahl zu Trumps Gunsten zu beeinflussen. In der FBI-Untersuchung und Ermittlungen von Kongressausschüssen geht es hauptsächlich um die Frage, ob es Absprachen zwischen Mitgliedern aus Trumps Wahlkampfteam und Moskau gab. Das Justizministerium setzte vergangene Woche einen Sonderermittler ein, der die FBI-Untersuchungen leiten soll.

Comey gibt sich bedeckt

Der von Trump entlassene Comey will sich demnächst öffentlich äußern. Trump hatte ihn am 9. Mai gefeuert und sieht sich deswegen Vorwürfen ausgesetzt, er habe die Russland-Ermittlungen des FBI untergraben wollen. Der Republikaner hatte zunächst verschiedene Gründe für die Entlassung angegeben, sagte dann aber später in einem Interview, er habe dabei "dieses Russland-Ding" mit im Kopf gehabt.

Unterdessen berichten mehrere US-Medien darüber, dass Jared Kushner, Schwiegersohn und einer der engsten Berater von US-Präsident Donald Trump, nun mit im Fokus von Russland-Untersuchungen der FBI steht. Sie sollen klären, ob es 2016 vor der US-Wahl Absprachen zwischen Russland und Trumps Wahlkampfteam gegeben hat. Damit haben die Untersuchungen nicht nur das Weiße Haus, sondern Trumps engstes Umfeld erreicht. Die "Washington Post" und der Sender NBC beriefen sich in der Nacht zu Freitag auf mehrere nicht genannte Quellen in der US-Regierung.

Quelle: ntv.de, tno/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.