Nachwuchssorgen bei der TruppeZahl der Bundeswehrsoldaten schrumpft

Bis 2031 sollen 203.000 Männer und Frauen in der Bundeswehr dienen. Doch von dem Ziel ist die Truppe weit entfernt. Im vergangenen Jahr sinkt die Zahl der Soldaten sogar leicht. Eine Sprecherin klagt über hohen Wettbewerb bei der Suche nach Fachkräften.
Die Zahl der Bundeswehrsoldaten ist trotz der Anstrengungen für mehr Personal auf 181.500 Männer und Frauen gesunken. Damit gab es zum Stichtag 31. Dezember 2023 etwa 1500 Zeit- und Berufssoldaten sowie freiwillig Wehrdienstleistende weniger als ein Jahr zuvor, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.
Vorrangiges Ziel der Bundeswehr sei und bleibe die nachhaltige Stärkung der personellen Einsatzbereitschaft, sagte eine Sprecherin dazu. "Wir brauchen qualifizierte und einsatzbereite Frauen und Männer, die in ausreichender Anzahl für die anstehenden Aufgaben und Aufträge bereitstehen."
Die immer stärker spürbaren Auswirkungen des demografischen und gesellschaftlichen Wandels zeichneten sich in praktisch allen Berufs- und Arbeitsfeldern ab. "Aus der ehemaligen Konkurrenz unter Arbeitsuchenden um einen Arbeitsplatz ist ein Wettbewerb der Arbeitgeber um Arbeitskräfte - insbesondere Fachkräfte - geworden", teilte sie mit. Diese Entwicklungen spiegelten sich auch in der Bundeswehr. Es sei ein "Bündel von Maßnahmen und Initiativen" eingeleitet worden, um die Attraktivität zu steigern, flexibler zu agieren und schneller zu reagieren.
Ein detaillierter Blick auf den Personalbestand zeigt, dass es bei Berufssoldaten und freiwillig Wehrdienstleistenden ein leichtes Plus gibt, vor allem bei den Zeitsoldaten ein Minus. Erklärtes Ziel ist es, dass die Bundeswehr bis zum Jahr 2031 auf 203.000 Soldaten anwächst. Zuletzt gab es auch eine verstärkte Debatte um eine mögliche Dienstpflicht oder die Einstellung von Soldaten ohne deutsche Staatsangehörigkeit.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius zeigte sich zuletzt offen für Soldaten ohne deutschen Pass. "Wir wären nicht die ersten Streitkräfte in Europa, die das tun würden", sagte der SPD-Politiker vor zwei Wochen. Es gebe Menschen im Land, die in zweiter oder dritter Generation in Deutschland leben, aber noch nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben.