Politik

Terroranschlag in Barcelona Zahl der Todesopfer steigt auf 13

imago79823848h.jpg

Polizisten behandeln Verletzte auf der Touristenmeile "Las Ramblas".

Mit einem Transporter rast ein Mann in Barcelona auf der Flaniermeile Las Ramblas in Fußgänger: 13 Menschen sterben - mehr als 100 werden verletzt. Nach der Tat flüchtet der Fahrer zu Fuß. Am Abend meldet die Polizei schließlich zwei Festnahmen.

In der spanischen Großstadt Barcelona ist ein Kleintransporter auf der Touristenmeile Las Ramblas in eine Menschengruppe gefahren. Die katalanische Polizei bestätigte, dass es sich um einen Terroranschlag gehandelt hat. Mindestens 13 Menschen wurden getötet, mehr als 100 weitere wurden verletzt, sagte der katalanische Innenminister Joaquim Forn - 15 von ihnen schwer. Nach Informationen des ZDF sollen unter den Opfern auch drei Deutsche sein. Inzwischen hat der spanische Zivilschutz bestätigt, dass deutsche Staatsbürger betroffen sind. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte, Vertreter des Generalkonsulats seien vor Ort.

*Datenschutz

Die Polizei meldete am Abend zwei Festnahmen. Einer der Festgenommenen sei identifiziert worden, wie ein Sprecher der Polizeigewerkschaft sagte. Der Fahrer des Lieferwagens ist demnach aber weiter flüchtig. Medienberichten zufolge soll er zunächst zu Fuß vom Tatort geflohen sein. Er soll etwa 1,70 Meter groß sein und ein weißes Hemd mit blauen Streifen tragen, wie die Zeitung "El Periódico de Catalunya" berichtete.

Berichte, wonach sich Tatverdächtige in einer Bar in der Nähe der Einkaufsmeile verschanzt hätten, dementierte die Polizei. Derweil hat die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) den Anschlag über die ihr nahestehende Nachrichtenagentur Amak für sich reklamiert.

Zweiter Lieferwagen entdeckt

Die Polizei hatte kurz nach dem Anschlag zunächst von einem "massiven Zusammenstoß" gesprochen, der durch den Fahrer des Wagens herbeigeführt worden sei. Der weiße Lieferwagen sei ungebremst mit etwa 80 Stundenkilometern in die Menge gerast. Ein französischer Tourist berichtete dem Sender BFMTV, das Fahrzeug sei Zickzack gefahren, "um ein Maximum an Fußgängern zu erwischen". Der Mann hat den Angriff nach eigenen Angaben aus nächster Nähe miterlebt.

Angeblich sollen zudem zwei Lieferwagen angemietet worden sein, einer davon könnte als Tat-, der andere als Fluchtfahrzeug gedacht gewesen sein. Der zweite Lieferwagen soll Medienberichten zufolge vor einem Schnellrestaurant in einem Ort rund 70 Kilometer von Barcelona entfernt aufgefunden worden sein.

Menschen liefen in Panik davon

Auf Bildern, die Augenzeugen in den sozialen Netzwerken teilten, waren mehrere Menschen zu sehen, die vor einem Geschäft am Boden liegen und von Sanitätern versorgt werden. Der Unglücksort wurde abgeriegelt, fünf Krankenwagen und rund 20 Polizeifahrzeuge sind vor Ort. Die Polizei informierte die Menschen per Megafon, dass es einen Terroranschlag gegeben habe.

Unter Passanten brach nach dem Vorfall Panik aus. Zahlreiche Menschen flüchteten sich in Seitenstraßen der auch bei Touristen beliebten Einkaufsmeile in der Altstadt von Barcelona. "Bei den Leuten im Gesicht war Chaos", berichtete ein Augenzeuge. Die Straße wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt. Rettungsdienste riefen die Bevölkerung dazu auf, die Gegend um den Placa Catalunya zu meiden und forderten die Schließung nahegelegener Bahnhöfe und U-Bahnstationen.

Quelle: ntv.de, bdk/jug/rts/dpa/AFP