Produkt-Check Haushalt & Garten

Handlichkeit, Materialqualität, SchnittleistungAcht Gartenscheren im Test: Alles im grünen Bereich?

02.04.2026, 11:50 Uhr ProfilVon Christoph Dörr
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Expertin mit grünem Daumen: Mit Melanie Schneider in ihrem Schrebergarten unterm Magnolienbaum. (Foto: RTL / ntv.de)

Pflanzen wachsen besser und gesünder, wenn sie beschnitten werden. Im ntv Produkt-Check testen wir acht Gartenscheren von 10 bis 59 Euro. Nicht alle schneiden gut ab - und eine deutsche Traditionsmarke enttäuscht.

Es sind handliche Helfer, die für Hobbygärtner rund ums Haus und auf dem Balkon unentbehrlich sind. "Gartenscheren braucht man immer, um Äste und Zweige von Bäumen und Sträuchern zu kürzen und zu trimmen", sagt Kleingärtnerin Melanie Schneider. Damit das leicht und präzise gelingt, geht sie uns als Expertin zur Hand. Im Test zeigt sich: Nicht jede Schere ist angenehm griffig und schneidet sauber. 

So testen wir die Gartenscheren von Gardena, Löwe, Felco und Co.

Im Schrebergarten von Melanie Schneider bereiten wir den Test mit den acht unterschiedlichen Modellen vor. "Es gibt zwei Arten: Bypass- und Amboss-Scheren", sagt unsere Expertin. "Die Bypass-Modelle funktionieren wie Haushaltsscheren und eignen sich gerade für frischen Schnitt." Bei Amboss-Modellen dagegen drückt die obere Klinge auf ein festes Gegenstück. "Die sind gut bei trockenem Holz." Melanie Schneider lächelt. "Eigentlich sind die Übergänge fließend. Es kommt auf die Schärfe der Klingen und die Handkraft an." Und das zeigt sich auch in unserem Test: Mit größeren Händen lassen sich die Gewächse einfacher durchtrennen. Doch wie ist es bei weniger Kraft und kleineren Händen? Wir schneiden harte Äste unterschiedlicher Stärke. Dabei stellen wir fest: Einige Gartenscheren schaffen weniger Schnittbreite, als es die Hersteller angeben.

Die Kriterien beim Vergleich der Gartenscheren:

  • Schnittleistung: Wie gut eignen sich die Klingen bei unterschiedlichen Einsätzen?

  • Ergonomie der Griffe: Wie liegen die Scheren in der Hand, was wiegen sie?

  • Materialqualität: Wie hochwertig sind Klingen und Griffe verarbeitet?

  • Preis-Leistungs-Bewertung

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Diese acht Gartenscheren treten im Test gegeneinander an. (Foto: RTL / ntv.de)

Diese acht Gartenscheren testen wir

Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert.

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Alles im Griff: Unsere Expertin bereitet den Test mit den acht Gartenscheren penibel vor. (Foto: RTL / ntv.de)

Gartenscheren im Test - das Fazit

Die Gartenscheren im ntv Produkt-Check liefern sich ein schnittiges Rennen: Unser Testsieger ist die Löwe 8 Profi Gartenschere*, weil sie sehr wertig verarbeitet ist und auch dickere Hölzer mühelos schneidet. Die Grüntek-Gartenschere Falke Teflon* ist unser Preis-Leistungssieger wegen der richtig guten Gesamtqualität für etwa 13 Euro. Und als einen Spezialtipp werten wir die nur zehn Euro teure Fiskars Bypass-Gartenschere P26*, weil sie im Test genauso scharf schneidet wie der Testsieger.

Testsieger: Löwe 8 Profi Amboss Gartenschere

Kurz und knapp: Die Gartenschere schneidet im Test am schärfsten, liegt gut in der Hand und trennt auch harte Äste sauber.

Kraftvoll-beisst-sich-die-Loewe-Gartenschere-in-den-Kirschzweig
Kraftvoll beißt sich die Löwe-Gartenschere in den Kirschzweig. (Foto: RTL / ntv.de)

Unser Testsieger ist die Gartenschere von Löwe*, die auch professionell zum Einsatz kommt - etwa beim Obstanbau. Das Amboss-Modell überzeugt uns in allen Punkten. Es zeigt in unserem Test die beste Schnittleistung: Mit der scharfen Stahlklinge entfernen wir Äste und Zweige präzise und mühelos. Wir empfinden den Schnitt als leicht, weil die Gartenschere von Löwe eine ordentliche Mechanik hat und in der Größe S bis M angenehm in der Hand liegt. Die maximale Schnittbreite von 2 cm dicken Ästen gelingt gut, ebenso die Durchtrennung von hartem Holz und frischem Grün. Der Öffnungswinkel der Gartenschere ist mit 2,5 cm weit, was uns das Abschneiden zusätzlich vereinfacht. Viele Nutzerbewertungen heben die hohe Haltbarkeit dieses Modells hervor. Wenn doch mal ein Ersatzteil benötigt wird: Löwe legt Wert auf seinen Service. Mit 54 Euro liegt der Preis im oberen Bereich.

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Original LÖWE 8 Profi Amboss Gartenschere 8.107 mit Bypass Geometrie
730
54,00 €

Preis-Leistungssieger: Grüntek Gartenschere Falke Teflon

Kurz und knapp: Die Grüntek Falke überzeugt im Test mit sauberem Schnitt, gutem Griff und solidem Material. Für rund 13 Euro ist sie unser Preis-Leistungs-Sieger.

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Der Falke von Grüntek trimmt eine Forsythie. (Foto: RTL / ntv.de)

Schon beim Auspacken wirkt das Bypass-Modell 'Falke' von Grüntek* aus Süddeutschland wertig. Und dieser Eindruck bestätigt sich beim sauberen Schnitt mit der scharfen Kante. "Ein Tipp ist, die Klinge beim Ansetzen etwas zu drehen. So wird die Pflanze angeritzt und man rutscht nicht ab", weiß Kleingärtnerin Melanie Schneider. Ein kleiner Bonus der Grüntek-Stahlklinge ist ihre Beschichtung mit Teflon, die Klinge verklebt weniger und schneidet leichter. Sträucher und die unterschiedlich dicken Hölzer im Test bewältigt der 'Falke' auch ohne Probleme. Um die angegebene maximale Schnittbreite von 2 cm zu erzielen, muss man die Schere allerdings ordentlich zusammendrücken. Dafür liegt der geschwungene Aluminiumgriff angenehm in der Hand. Die Gartenschere von Grüntek ist mit 256 Gramm die schwerste im Test, und sie hat einen guten Öffnungswinkel von 1,8 cm.

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GRÜNTEK Gartenschere FALKE Teflon
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14,98 €

Spezialtipp: Fiskars Bypass-Gartenschere P26

Kurz und knapp: Die Gartenschere der finnischen Firma Fiskars zeigt einen astreinen Schnitt bei frischen und toten Hölzern und hat ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis.

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Die Gartenschere von Fiskars stutzt eine Ligusterhecke. (Foto: RTL / ntv.de)

Die Bypass-Gartenschere von Fiskars* landet im Preis-Leistungstest knapp hinter dem 'Falken' von Grüntek auf dem zweiten Platz. Sie kostet nur circa 10 Euro und überrascht uns mit einer sehr scharfen Stahlklinge im Test. Darum quetscht sie die Pflanzen auch nicht, sondern macht bei allen Hölzern einen sauberen und schonenden Schnitt. Auch Blumenstängel durchtrennt sie akkurat. Dabei empfinden wir es als angenehm, dass die Fiskars mit 200 Gramm am leichtesten im Test ist. Die Gartenschere ist optisch überwiegend in schwarz gehalten, ihr Griff aus verstärktem Kunststoff ist etwas rutschig. Auch hier müssen wir kräftig zudrücken, um den angegebenen Schnittdurchmesser von maximal 2,2 cm erreichen zu können. Die Gesamtleistung der Fiskars ist uns einen Spezialtipp wert.

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Fiskars Bypass-Gartenschere, SingleStep, P26
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9,99 €16,99 €

Felco 2 professionelle Bypass-Gartenschere - für Rechtshänder gemacht

Kurz und knapp: Die Profi-Gartenschere von Felco ist in der Preisklasse um 50 Euro fast so gut wie unser Testsieger von Löwe. Ihre gehärtete Stahlklinge geht bei Ästen zuverlässig durch dick und dünn.

Die Bypass-Gartenschere von Felco* ist ein robuster Klassiker aus der Schweiz. Das Besondere: Sie ist für Rechtshänder mit mittleren bis großen Händen gedacht. (Der Hersteller fertigt auch Modelle eigens für linke oder kleinere Hände.) Mit den geschmiedeten Griffen schneiden wir die Test-Hölzer kraftvoll und präzise, den angegebenen Maximalschnitt durch 2,5 cm Breite erreichen wir allerdings nicht. Bei diesem Modell ist sogar eine Feineinstellung der Klingen möglich. Die Felco ist komplett verschraubt und auf Langlebigkeit und Ersatzteile ausgelegt.

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FELCO 2 professionelle Bypass-Gartenschere für Rechtshänder
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49,99 €72,61 €

Gardena PremiumCut Flex Gartenschere - für weiches Holz geeignet

Kurz und knapp: Die Gardena PremiumCut ist gerade auch in kleineren Händen sehr griffig. Ihre Schnittstärke ist mittel bis gut, bei hartem Holz erweist sie sich als weniger ideal.

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Gardena PremiumCut Flex Gartenschere, Bypass-Schnitt
633
16,79 €19,19 €

Bei der Gardena-Gartenschere* lassen sich zwei Öffnungswinkel für die Klingen einstellen. Das ist komfortabel, um Pflanzen mit unterschiedlicher Dicke zu schneiden. Die Bypass-Schere ist für eine Handgröße S-M gedacht, mit 200 Gramm gehört sie zu den leichtesten im Test. Bei unterschiedlich großen Hölzern schneidet die Gardena weiches Holz gut und zeigt sich weniger geeignet bei dickeren Ästen. Die maximale Schnittbreite von 2,4 cm, mit der geworben wird, schaffen wir mit der Stahlklinge nicht. "Bei uns im Schrebergarten wird die Gardena häufig genutzt", sagt unsere Expertin Melanie Schneider. "Daher kenne ich ihre Schwäche: die Eisendraht-Linearfeder. Bei intensiver Nutzung kann die bald kaputtgehen." Die anderen Modelle haben zwischen den Griffen eine Spiralfeder, die etwas geschützter und stabiler ist. Hersteller Gardena bietet 25 Jahre Garantie für seine Gartenschere - klar bester Wert im Vergleich. Der Preis liegt mit etwa 16 Euro im unteren Bereich.

Wolf-Garten Amboss-Gartenschere Premium Plus RS 4000 - stark bei hartem Holz

Kurz und knapp: Die Premium Plus von Wolf-Garten hat eine robuste Mechanik und solide Schnittleistung. Sie eignet sich besonders bei hartem Holz.

Die Baum- und Strauchpflege gelingt mit der Amboss-Gartenschere von Wolf-Garten* vor allem bei trockenen Hölzern. Frisches Grün quetscht sie teilweise, statt es sauber zu trennen. In dem Fall ist die Schnittstelle ausgefranster und heilt schlechter. "Dann kann diese Stelle schneller von Pilzen und Bakterien befallen werden", weiß Melanie Schneider. Unsere Expertin findet, dass die Gartenschere angenehm in ihren kleineren Händen liegt. Die angegebene Maximalbreite von 2,5 cm schaffen wir allerdings nicht zu durchschneiden. Die freiwillige Herstellergarantie ist mit zehn Jahren sehr gut. Der Preis liegt bei 20 Euro.

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WOLF-Garten Amboss-Gartenschere PREMIUM PLUS RS 4000
1346
19,75 €24,99 €

Gartenschere Solodoto, Bypass-Schneide - stabil und scharf

Kurz und knapp: Das Modell von Solodoto ist ein Geheimtipp, da der chinesische Hersteller in Deutschland noch wenig bekannt ist. Die Gartenschere wirkt massiv und schneidet scharf.

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Solodoto Gartenschere – japanische SK5 Kohlenstoffstahlklinge, Bypass-Schneide
993
18,67 €29,99 €

Die Bypass-Gartenschere von Solodoto* ähnelt äußerlich der von Felco. Sie hat einen stabilen Aluminiumgriff für eher größere Hände und eine scharfe Klinge, die sich gut durch unsere unterschiedlich dicken Test-Hölzer schnitzt. Die angegebene Schnittbreite von 2,5 Zentimetern erreichen wir im Test nicht. Als kleines Manko erscheint uns der Sicherheitsriegel, der nur mit etwas Kraftaufwand einrastet. Da das Modell als Importprodukt erst seit 2025 auf dem deutschen Markt ist, gibt es noch keine echten Erfahrungswerte zur Langlebigkeit. Angesichts der Schnittleistung fallen 19 Euro moderat aus.

Schnipp-schnapp-statt-Schnickschnack-Gartenscheren-sind-handliche-kleine-Helfer-hier-beim-Rosenschnitt
Schnipp, schnapp statt Schnickschnack: Gartenscheren sind handliche kleine Helfer, hier beim Rosenschnitt. (Foto: RTL / ntv.de)

Stihl Bypass PG 30 Gartenschere - der letzte Schliff fehlt

Kurz und knapp: Die Stihl PG 30 ist für eine professionelle und intensive Nutzung gemacht. Doch sie enttäuscht im Test mit schwacher Schnittleistung. Und mit etwa 59 Euro ist es die teuerste Gartenschere im Test.

Die Gartenschere von Stihl* überrascht negativ. Stihl ist ein führender deutscher Hersteller für Produkte der Forstwirtschaft und Gartenpflege. Aber die Gartenschere PG 30 schneidet viel unschärfer als die übrigen Modelle im Test. Selbst die günstigen Modelle schneiden besser ab. Die Stihl dringt trotz verchromter Stahlklinge nur schwerfällig durch unsere verschiedenen Test-Hölzer. Laut Verpackung ist eine maximale Schnittbreite von 2,5 cm erreichbar - doch das schafft sie nicht annähernd. Obwohl Stihl eine Traditionsmarke im Gartenbau ist, wird keine Herstellergarantie gewährt. Als einzigen Vorzug werten wir die schmale Rundspitze der Bypass-Schere, die das Schneiden in dichterem Gehölz etwas erleichtert.

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STIHL Bypass PG 30 Gartenschere Ast
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58,90 €

Was unsere acht Gartenscheren gemeinsam haben

Die acht Gartenscheren im Test sind alle 20 bis 22 cm lang und wiegen 200 bis 256 Gramm. Die Modelle können mit beiden Händen genutzt werden, außer der Felco 2, die für Rechtshänder ausgelegt ist. Wenn die Gartenscheren nicht im Einsatz sind, besteht keine Verletzungsgefahr: Alle haben einen Sicherheitsriegel, der die Klingen verschlossen hält, bis sie genutzt werden. Sämtliche Scheren im Vergleich haben eine Antihaftbeschichtung zum Schutz der Pflanzen.

Wie eine Gartenschere am besten gepflegt wird

Die Klingen einer Gartenschere sollten nach jedem Gebrauch mit einem trockenen Tuch abgewischt werden. So entsteht kein Schaden durch Schmutz und Feuchtigkeit. Plus: Die Scheren sollten einmal jährlich mit Reinigungsalkohol desinfiziert werden. Das verhindert, dass durch klebrige Pflanzenreste Pilze und Bakterien von einem zum nächsten Gewächs übertragen werden. Und Melanie Schneider rät: "Die Gartenscheren hin und wieder etwas ölen. Das schützt vor Rost und hält die Mechanik geschmeidig."

*Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig, erwirbt alle Produkte für ihre Tests auf eigene Kosten und bewertet bei Tests wie bei Vergleichen nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.

Quelle: ntv.de

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