Wander-Gadgets im PraxistestDiese Trekkingstöcke bringen uns sicher auf jeden Berg

Wanderstöcke sind viel mehr als ein praktisches Gadget für Touren am Berg. Für den ntv Produkt-Check testen wir, welche Modelle in Aktion überzeugen. Spoiler: Ein Paar Stöcke sorgt dabei für eine besondere Überraschung.
Trekkingstöcke bieten Sicherheit und Stabilität beim Laufen in manchmal unwegsamem Gelände und entlasten gleichzeitig effektiv Muskeln und Gelenke. Die Auswahl ist groß und die Entscheidung schwer: Teleskop oder faltbar, Aluminium oder Carbon, Korkgriff oder Kunststoff? Für den ntv Produkt-Check stellen wir fünf Modelle zwischen 20 und 80 Euro auf den Prüfstand.
Wanderstöcke im Test - das Fazit
Im Test können uns die zweitteuersten Wanderstöcke am meisten überzeugen - dank ihrer Kombination aus mattem Carbon-Schwarz, silbernen Details und Naturkorkgriffen wirken die Foxelli Carbon Wanderstöcke* sportlich, edel, modern und dynamisch zugleich. Da sie zu 100 Prozent aus Carbonfaser bestehen, sind sie zudem ultraleicht, dämpfen Vibrationen und wirken sehr stabil. Schlicht, funktional und günstig - mit diesen Attributen überzeugen im Test die aus Aluminium gefertigten NORDMUT® Wanderstöcke* und sichern sich damit den Preis-Leistungs-Sieg.
Nach diesen Kriterien testen wir die Trekkingstöcke
Für unseren Test wählen wir fünf Trekkingstöcke zwischen 20 und 80 Euro (UVP), die sowohl für Frauen als auch für Männer geeignet sind und entweder aus Aluminium oder Carbon bestehen. Wichtig sind uns Lieferumfang und Verarbeitung der Materialien, die Funktionalität der Stöcke und die Tauglichkeit in der Praxis. Dafür müssen die Stöcke nach dem Auspacken den Praxistest durchlaufen: Wie stabil sind sie beim Wandern wirklich, wie gut greifen sie auf verschiedenen Untergründen, wie gut werden Gelenke und Muskeln entlastet?
Die Wanderstöcke im Test
Testsieger: Foxelli Carbon Wanderstöcke, circa 76 Euro*
Preis-Leistungs-Sieger: NORDMUT® Wanderstöcke Teleskop, circa 40 Euro*
Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert.
Testsieger: die Foxelli Carbon Wanderstöcke
Kurz und knapp: Für anspruchsvolle Trekkingfreunde und Vielläufer, die nicht bei jedem Gramm sparen und Qualität zu schätzen wissen, sind die Foxelli Carbon Wanderstöcke der ideale Begleiter.
Neben den Stöcken mit in der Lieferung enthalten sind 4 Paar Gummipuffer (für Asphalt, Matsch, Geröll und Schnee), 2 Trekkingteller und 2 Schneeteller, Spitzen aus Wolframstahl und eine Transporttasche.
Die Einstellung der Länge funktioniert mithilfe der Flip-Lock-Verstellung - einem Hebelverschluss, der sich ganz einfach öffnen und schließen lässt, um die Stangen in der gewünschten Länge zu fixieren. Praktisch für den Transport: Die Foxelli Carbon Wanderstöcke* lassen sich auf nur 38 cm zusammenfalten. Im Praxistest fällt außerdem positiv auf, dass die Naturkorkgriffe nicht nur haptischen Komfort bieten, sondern auch Schweiß absorbieren. Die gepolsterten und größenverstellbaren Handschlaufen entlasten die Handgelenke auch bei langen Abstiegen und kratzen nicht. Wenn es beim Wandern bergab mal unebener wird, federt das Carbon-Material die Stöße gut ab.
Preis-Leistungs-Sieger: Die NORDMUT® Wanderstöcke Teleskop
Kurz und knapp: Die NORDMUT Wanderstöcke sind ein überzeugender Allrounder mit hohem Komfort und wertiger Ausstattung zum Einsteigerpreis von circa 40 Euro.
Mit in der Lieferung enthalten sind neben den Stöcken 4 Paar Gummipuffer (für Asphalt, Geröll und Schnee), ein Paar Teller für Schnee/Matsch, eine Spitze aus Hartmetall sowie eine Tragetasche.
Die schwarz-silbernen Stöcke wirken ebenso wie die Korkgriffe hochwertig verarbeitet und liegen angenehm in der Hand. Insgesamt wirkt das Design nicht sonderlich auffällig, aber optisch ansprechend. Mit einem Gewicht von ca. 270 g pro Stock und einer Teleskopverstellung zwischen 65 und 135 cm eignen sich die Stöcke für unterschiedlichste Körpergrößen und Einsatzbereiche - vom Nordic Walking bis hin zur anspruchsvollen Bergwanderung. Per Drehverschluss lässt sich die Länge verstellen. Der Verschluss hält zwar solide, ist aber mit feuchten Händen etwas schwierig zu bedienen. Die weich gepolsterten Handschlaufen sind hingegen gut verstellbar. Die mitgelieferten Gummipuffer sorgen bei den NORDMUT® Wanderstöcken* auch auf hartem Boden für eine gute Dämpfung.
FORCLAZ MT500-Trekkingstöcke
Kurz und knapp: Achtung bei der Bestellung, der Stock wird einzeln verkauft. Insgesamt sind die Trekkingstöcke eine gute Wahl für Einsteiger, die leichte Tageswanderungen anpeilen.
Bei den Wanderstöcken von FORCLAZ sollten Käufer eines unbedingt beachten: Anders als bei den anderen getesteten Produkten ist hier nur ein Stock pro Paket enthalten. Wer also zwei Stöcke benötigt, muss zwei bestellen. Dafür bekommt man dann robuste und gut verarbeitete Teile in schlichtem, funktionalem Design. Geliefert werden die Stöcke ohne viel Zubehör, aber immerhin mit einem Gummipuffer an der Spitze. Wer mag, kann zusätzliche Aufsätze separat dazukaufen.
Verstellen lassen sich die Wanderstöcke per Push-Pin-System. Das funktioniert intuitiv und ist auch ohne Blick in die Betriebsanleitung verständlich. Der Nachteil: Die Länge ist auf feste Rastermaße beschränkt, der Höhenbereich reicht von 100 bis 130 cm. Im Praxistest zeigt sich, dass die Stöcke angenehm in der Hand liegen und dank des EVA-Griffs einen rutschfesten Halt bieten - auch bei Schweiß und Nässe. Die Handschlaufen sind weich gepolstert und leicht einstellbar. Auch bei längeren Einsätzen drückt oder scheuert bei den FORCLAZ MT500* nichts.
Glymnis Wanderstöcke
Kurz und knapp: Insgesamt sind die Glymnis-Wanderstöcke eine solide Wahl - funktional und leicht werden sie mit nützlichem Zubehör geliefert. Wer auf Design oder High-End-Materialien verzichten kann, bekommt hier gute Stöcke.
Farbenfroher als die anderen getesteten Wandergadgets sind die Stöcke von Glymnis. In knalligem Gelb fallen sie auf, wirken aber dennoch nicht aufdringlich. Die Stöcke sind aus Aluminium gefertigt, die Handgriffe bestehen aus einem EVA-Schaum. Beides wirkt im Vergleich zu den anderen Modellen etwas einfacher verarbeitet. Trotzdem liegen die Stöcke beim ersten Griff angenehm in der Hand. Mit im Lieferumfang enthalten: ein Paar Schutzkappen, ein Paar Asphalt Pads, ein Paar kleine Schraubteller für Trekking, ein Paar Schraubteller für Schnee und zwei S-förmige Schnallen sowie eine Tragetasche.
Mithilfe eines Klemmverschlusses lassen sich die Stöcke schnell und einfach in der Länge von 110 bis 130 cm verstellen. Die Mechanik wirkt zuverlässig, wenn auch nicht ganz so hochwertig wie bei den etwas teureren Modellen. Im Praxistest zeigen sich die Glymnis Wanderstöcke* angenehm leicht, gut ausbalanciert und griffig im Umgang. Auch nach längerer Nutzung fühlen sich die Griffe noch bequem an, allerdings scheuern die Handschlaufen nach einer Weile leicht an den Handgelenken. Das mag auch an der fehlenden Polsterung der Schlaufen liegen.
ALPIN LOACKER Wanderstöcke Carbon
Kurz und knapp: Die ALPIN LOACKER Stöcke sind stabil und vielseitig. Sie kommen in einem ansprechenden Design und mit sinnvollem Zubehör - ideal für alles vom Spaziergang bis zur Bergtour. Nur die Handschlaufen sind nach einiger Zeit etwas kratzig.
Diese hochwertig wirkenden Wanderstöcke sind mit knapp 80 Euro die teuersten in unserem Test. Die Stöcke sind in Aluminium oder Carbon erhältlich, wir testen die Carbon-Variante. Optisch und haptisch ansprechend sind auch hier die Griffe aus echtem Kork. Im Lieferumfang enthalten sind neben den Stöcken ein Paar Schneeteller, zwei Paar Gummipuffer (Schlamm und Nordic Walking) und ein Paar Asphaltpuffer.
Beim Einstellen der Länge hakt es zunächst etwas, kurz in die Gebrauchsanweisung geschaut, funktioniert es problemlos. Dank einer Druckknopf-Mechanik lässt sich die Länge verstellen, hier braucht man allerdings etwas Kraft und Übung. Im Praxistest geben die ALPIN LOACKER Wanderstöcke* auch auf unebenem Untergrund sicheren Halt, die Griffe aus Kork bewähren sich auch bei längeren Touren und werden nicht rutschig. Was uns nicht überzeugt, sind allerdings die größenverstellbaren Handschlaufen. Die sind zwar leicht gepolstert, scheuern aber trotzdem nach einiger Zeit an den Handgelenken.
Tipps für den Kauf von Wanderstöcken
Bei der Frage, welche Trekkingstöcke die richtigen sind, wird man vor einige Entscheidungen gestellt: Welches Material, faltbar oder nicht? Und wofür brauche ich das ganze Zubehör?
Material: Beim Ober-Material fällt die Entscheidung zwischen Aluminium oder Carbon. Aluminium ist robust und langlebig, hat aber ein hohes Eigengewicht. Stöcke aus Aluminium sind damit ideal für anspruchsvolles Gelände oder schwere Nutzer oder Nutzerinnen. Carbon ist hingegen sehr leicht und vibrationsdämpfend - also gut für lange Touren, dafür aber etwas bruchempfindlicher.
Bei Griffmaterial hat man die Wahl zwischen Kork, Schaumstoff (EVA) und Gummi. Kork ist als natürliches Material atmungsaktiv und rutschfest - und damit besonders angenehm bei langen Touren. Schaumstoff (EVA) ist weich, leicht und gut bei Nässe, allerdings etwas weniger langlebig. Gummi ist griffig, bei Hitze kann man aber damit leicht schwitzen und rutschen.
Verstellmechanismus: Viele Wanderstöcke sind Teleskopstöcke und meist mit einem Dreh- oder Klemmverschluss ausgestattet. Sie sind robust und längenverstellbar. Faltstöcke hingegen sind sehr leicht und kompakt und damit ideal fürs Reisegepäck.
Zubehör: Je nach Hersteller bekommen Käufer einiges an Zubehör dazu. Welches eignet sich für welche Tour? Die Hartmetallspitze ist ideal für Naturwege und steinige Böden. Der Gummipuffer ist besser für Asphalt, weil er leise und gelenkschonend ist. Schneeteller und Sandteller hingegen sind optional für Winterwanderungen oder loses Terrain.
Länge: Bei der Längeneinstellung des Stocks sollten Wanderer darauf achten, dass die Stocklänge zur Körpergröße passt. Ganz nach der Faustregel: Beim Halten des Stocks in aufrechter Haltung sollte der Ellenbogen ca. 90° angewinkelt sein. Tipp: Für bergab ruhig fünf bis zehn Zentimeter länger einstellen, bergauf etwas kürzer.
*Die Testredaktion rund um den "ntv Produkt-Check" ist unabhängig, erwirbt alle Produkte für ihre Tests auf eigene Kosten und bewertet bei Tests wie bei Vergleichen nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.
Dieser Artikel erschien erstmalig am 6. August 2025 und wurde danach redaktionell bearbeitet.



