Baden-WürttembergBonita Grupp: "Nähen überlassen wir lieber den Spezialisten"

Wie Bonita Grupp und ihr Bruder Trigema in die Zukunft führen wollen – auch wenn sie selbst keine Nähmaschine bedienen kann.
Stuttgart (dpa/lsw) - Die Tochter des streitbaren schwäbischen Firmenpatriarchen Wolfgang Grupp, Bonita Grupp, kann keine Nähmaschine bedienen. "Ich habe mal ein T-Shirt genäht, das wollen Sie aber nicht sehen. Mir fehlt die Fingerfertigkeit, wie übrigens allen in meiner Familie", sagte sie der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Ihr Urgroßvater, ihr Großvater und ihr Vater sowieso – keiner habe nähen können. "Das überlassen wir lieber den Spezialisten."
Das Textilunternehmen Trigema produziert in Burladingen. In den 1980er-Jahren gab es rund um Burladingen noch viele Textilunternehmen. Die Branche sei keine einfache, sagte Grupp. Ihre Eltern hätten Trigema durch Krisen navigiert, und deshalb möchte sie mit ihrem Bruder auch an ihren Werten und an ihrem Weg festhalten. "Wir glauben an unser Produkt, wir glauben aber auch daran, dass wir es stetig weiterentwickeln müssen. Als mein Urgroßvater die Firma 1919 gegründet hat, haben wir Herrenunterwäsche hergestellt."
Bonita Grupp sagte, dass Ziel für sie und ihren Bruder sei, das Unternehmen in die nächste Generation zu führen. "Ob wir dann noch Kleidung wie heute verkaufen oder, jetzt mal krass gesagt, hochwertige Putzlappen, ist uns egal, solange die Leute das wollen, die Arbeitsplätze gesichert sind und wir uns stetig weiterentwickeln können."
Bonita und ihr Bruder Wolfgang Grupp junior führen das Familienunternehmen seit einigen Jahren. Sie leitet die Bereiche Onlinehandel, Marketing und Personal. Der Bruder verantwortet Geschäftskunden, IT-Projekte, die Produktion und Finanzen.