Baden-WürttembergErmittlungen nach Tod eines Kleinkindes an Bahnübergang

Nach dem Tod eines vierjährigen Kindes in Sipplingen steht der Unfallhergang im Mittelpunkt der Ermittlungen. Die Polizei prüft, wie es zu dem Zusammenstoß mit einem Zug kommen konnte.
Sipplingen (dpa/lsw) - Nach dem Tod eines vierjährigen Kindes an einem Bahnübergang am Bodensee gehen die Ermittler der Ursache des Unglücks nach. Polizei und Staatsanwaltschaft untersuchen den genauen Hergang.
Trotz einer Notbremsung hatte ein Regionalexpress am Samstag das Kind erfasst. Die Vierjährige erlitt lebensgefährliche Verletzungen und wurde mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen. Dort starb das Mädchen in der Nacht an seinen Verletzungen. Das Mädchen hatte den Übergang in der Ortsmitte von Sipplingen nach Polizeiangaben mit seinem Laufrad überquert, als die Schranken bereits geschlossen waren.
Halbschranken am Bahnübergang
Der Bahnübergang war laut den Ermittlern mit sogenannten Halbschranken ausgestattet. Das bedeutet, dass die Schranken lediglich über die Hälfte der Fahrbahn reichen und nicht auch die Gegenspur versperren. Die Eltern des Mädchens seien zum Zeitpunkt des Unfalls in der Nähe gewesen, sagte ein Polizeisprecher.
In dem Zug sollen zu diesem Zeitpunkt etwa 65 Fahrgäste gesessen haben. Sie blieben alle körperlich unverletzt. Psychologen und Sanitäter betreuten die Eltern, die Fahrgäste, das Zugpersonal sowie weitere Zeugen.
Die Bahn zeigt sich nach dem Unglück tief bestürzt: "Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Angehörigen", teilte eine Unternehmenssprecherin mit. Zur Betreuung des Zugpersonals sei nach dem Unfall ein Notfallmanager gekommen. Lokführer werden nach solchen Vorfällen immer ausgewechselt und nach Hause gebracht.