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Baden-WürttembergFrau angezündet? Verdächtiger muss nach Attacke in Haft

24.07.2026, 16:12 Uhr
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Am Donnerstag soll ein Mann in Stuttgart seine Ehefrau mit einem Messer attackiert und angezündet haben. Nun hat ein Richter entschieden, wie es mit dem Verdächtigen weitergeht.

Stuttgart (dpa/lsw) - Nach dem Angriff auf seine Ehefrau in einem Stuttgarter Einkaufszentrum muss ein 54 Jahre alter Mann in Untersuchungshaft. Der Tatverdächtige sei dem Haftrichter vorgeführt worden, der den von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehl in Vollzug gesetzt habe, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werfen die Ermittler dem Deutschen versuchten Mord vor. Ob er sich zu den Vorwürfen gegen ihn geäußert hat, wollte ein Polizeisprecher nicht sagen.

Der Mann soll die 47-Jährige am Donnerstag kurz nach Öffnung des Einkaufszentrums zunächst mit einem Messer angegriffen und dann angezündet haben. Zeugen löschten das Opfer mit einem Feuerlöscher. Die Frau erlitt laut Polizei lebensgefährliche Verletzungen und wurde in einem Krankenhaus operiert. Sie befinde sich weiterhin in einem kritischen Zustand, sagte der Polizeisprecher. Die Frau arbeitete den Angaben zufolge in dem Einkaufszentrum in einem Ladengeschäft.

Kontaktverbot nach Gewalt in Partnerschaft

Seiner Ehefrau hätte sich der Mann den Behörden zufolge eigentlich nicht nähern dürfen. Im Juni sei es zu einem Fall von Partnerschaftsgewalt gekommen, bei dem die Frau leicht verletzt wurde, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Danach habe ein gerichtlich verhängtes Kontakt- und Annäherungsverbot bestanden. Der Mann hätte sich weder seiner Frau noch ihrer Arbeitsstelle nähern dürfen, hieß es. Aus der gemeinsamen Wohnung habe er infolge des Kontaktverbots ausziehen müssen.

Dafür, dass der Mann sich nicht an das Verbot halten würde, habe es keine Anhaltspunkte gegeben. Der Mann habe das Verbot registriert und habe dagegen Widerspruch eingelegt. Er habe sich auch an die Regel gehalten, persönliche Gegenstände aus der gemeinsamen Wohnung nur in Begleitung von Polizeibeamten abzuholen, sagte der Polizeisprecher. Das habe er am Tag vor der Tat gemeinsam mit Polizisten gemacht. Das sei geräuschlos abgelaufen, sagte der Sprecher.

Das genaue Motiv für die Tat ist dem Polizeisprecher zufolge Gegenstand von Ermittlungen. Es liege aber nahe, dass die Tat auch mit der Partnerschaftsgewalt in einem Zusammenhang stehe. Der Deutsche war laut Polizei bereits vor der Partnerschaftsgewalt wegen kleinerer Delikte auffällig gewesen. Worum es dabei genau ging, wollte ein Polizeisprecher nicht sagen.

Großes Einkaufszentrum nahe dem Hauptbahnhof

Der Tatverdächtige war nach dem Vorfall zunächst geflohen. Einsatzkräfte nahmen ihn rund zwei Stunden später in einem Waldgebiet im Stadtteil Sillenbuch fest. Die Polizei war ihm nach aktuellen Informationen nach Hinweisen aus der Bevölkerung auf die Spur gekommen: Der 54-Jährige war Reisenden einer Stadtbahn aufgefallen, sie riefen die Polizei. An dem Mann wurde nach dpa-Informationen Spuren von Blut und eines Kampfes entdeckt.

Die Shopping-Mall liegt am Mailänder Platz im Europaviertel, wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg entfernt. In dem rund 43.000 Quadratmeter großen Einkaufszentrum gibt es etwa 200 Läden, Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe.

Es war nach der Tat geräumt und teilweise abgeriegelt worden. Als die Polizei ihren Einsatz beendet hatte, nahm es den Betrieb wieder auf. Am Tag nach der Tat waren laut Polizei aber weiter Beamtinnen und Beamte dort.

Quelle: dpa

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