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Baden-WürttembergPhysiotherapeut bestreitet sexuelle Übergriffe vor Gericht

11.05.2026, 14:03 Uhr
Es-ist-bereits-das-zweite-Verfahren-gegen-den-54-Jaehrigen

Ein Physiotherapeut steht erneut vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, eine Patientin während der Behandlung sexuell missbraucht zu haben. Der Mann bestreitet die Vorwürfe.

Ellwangen (dpa/lsw) - Im Prozess um sexuellen Missbrauch an einer Patientin streitet der beschuldigte Physiotherapeut die Vorwürfe vor dem Landgericht Ellwangen ab. "Ich bin von den Anschuldigungen erschüttert", erklärte der 54-Jährige, der nach eigenen Angaben vor allem als Kindertherapeut in Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) tätig ist.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die Frau während mehrerer Sitzungen intim berührt zu haben. Der Anklage zufolge soll er außerdem mit den Fingern in sie eingedrungen sein und Oralverkehr an ihr ausgeführt haben, weshalb auch der Tatbestand einer Vergewaltigung infrage kommen könnte, stellte der Vorsitzende Richter schon zu Beginn der Verhandlung klar.

Der 54-Jährige sei auf Kinder und Jugendliche spezialisiert, mit Erwachsenen habe er nur selten zu tun, erklärte der Angeklagte. Die Klägerin habe während der Behandlung ihres Säuglings selbst Schmerzen in den Beinen und am Rücken gezeigt. Das sei nach der Geburt nicht ungewöhnlich. Die Frau habe unbedingt von ihm behandelt werden wollen. Das sei erfolgt, wobei die Frau nicht unbekleidet gewesen sei.

Mann streitet Vorwürfe ab

Abwechselnd mit seiner Anwältin erklärte der Angeklagte umfassend die Art der Behandlung. Der 54-Jährige bestritt, die Patientin an den Brüsten berührt oder sich anderweitig an ihr vergangen zu haben. "Die Behandlung war ausschließlich professionell", betonte die Verteidigerin. Auf Nachfrage räumte der Mann ein, dass die Frau in einigen Sitzungen, die teilweise abends stattfanden, keine Unterhose trug. Die Frau selbst sagte am ersten Verhandlungstag als Nebenklägerin unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.

Es ist bereits das zweite Verfahren gegen den Therapeuten. In Bad Mergentheim wurde er vor gut einem Jahr von dem dortigen Amtsgericht zu zehn Monaten auf Bewährung in einem ähnlichen Fall verurteilt. Diese Entscheidung ist allerdings nicht rechtskräftig, da sich das Landgericht in Ellwangen auch mit diesem Vorgang in einem Berufungsverfahren beschäftigen wird. Die jetzige Nebenklägerin war bei dem ersten Verfahren als Zeugin aufgetreten. Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft diese Aussagen zur Anklage gebracht.

Quelle: dpa

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