Baden-WürttembergQuecksilber tritt in Fabrik aus - Großeinsatz

Altes Gerät, große Gefahr: Bei Entsorgungsarbeiten tritt in einer Fabrik in Ostwürttemberg hochgiftiges Quecksilber aus. Drei Arbeiter werden leicht verletzt. Dutzende Einsatzkräfte rücken an.
Hermaringen (dpa/lsw) - Bei Entsorgungsarbeiten in einer Fabrik im Landkreis Heidenheim ist Quecksilber ausgetreten. Der Fahrer eines Gabelstaplers habe ein mehrere Jahrzehnte altes Gerät in einen Schrottcontainer in Hermaringen abgeladen, sagte ein Feuerwehrsprecher auf Anfrage. Niemand habe gewusst, dass das Gerät den hochgiftigen Stoff enthalte. Bei der Entsorgung sei es kaputtgegangen - und das Quecksilber in einer Art "Sprühwolke" entwichen.
Der Staplerfahrer habe im Anschluss genau richtig reagiert: Er habe die Stelle im Freien abgesperrt und den Notruf gewählt, sagte der Sprecher. Der Mann und zwei weiterer Arbeiter einer Entsorgungsfirma erlitten demnach leichte Verletzungen. Sie seien vorsichtshalber in ein Krankenhaus gebracht, wenig später aber wieder entlassen worden. Weitere Informationen dazu hatte er nicht. Zuvor hatte der SWR berichtet.
Der Einsatz dem Vorfall am Dienstagmittag dauerte laut Sprecher mehrere Stunden. Es seien zwischenzeitlich etwa 80 bis 100 Helfer vor Ort gewesen. Das Quecksilber gelang demnach aber nicht in die Umwelt. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand ebenfalls nicht.
Spezialfirma muss Stapler und Container reinigen
Die Feuerwehr konnte den Angaben nach große Teile des Quecksilbers binden. Am Gabelstapler und dem Schrottcontainer gebe es jedoch noch Anhaftungen. Eine Spezialfirma müsse diese nun reinigen. Damit Regen das Quecksilber in der Zwischenzeit nicht abwasche, werde nun ein provisorisches Dach aus Holz darüber gebaut, sagte der Feuerwehrsprecher.
Quecksilber ist ein Schwermetall, das über die Haut, die Nahrung oder das Einatmen von Dämpfen aufgenommen werden und schwere gesundheitliche Schäden verursachen kann. Der Stoff kann vor allem das Nervensystem, das Gehirn und die Nieren schädigen.