Baden-WürttembergWarnstreik bei SWEG-Busverkehr zu Schulbeginn

Verdi ruft zu einem zweitägigen Warnstreik im SWEG-Busverkehr auf. Was das für Fahrgäste und Schüler in mehreren Regionen Baden-Württembergs bedeutet.
Lahr (dpa/lsw) - Das SWEG-Management hat den erneuten Warnstreikaufruf der Gewerkschaft Verdi kritisiert. "Verdi bringt eine unnötige Schärfe in die laufenden Verhandlungen, und das auch noch zum Schulbeginn - das ist verantwortungslos", sagte Konzerngeschäftsführer Thilo Grabo in Lahr.
Nach dem Willen der Gewerkschaft sollen die Busse der SWEG auch zu Beginn der kommenden Woche in mehreren Orten von Baden-Württemberg in den Depots bleiben. Die Beschäftigten der SWEG sollen am kommenden Montag und Dienstag zu befristeten Arbeitsniederlegungen aufgerufen werden.
Verdi vermengt nach Darstellung der SWEG bei den aktuellen Warnstreiks zwei Dinge: Zum einen gehe es um den seit Ende August 2026 abgelaufenen aktuellen Eisenbahn-Tarifvertrag (ETV), zu dem sich Verdi derzeit in Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Deutsche Eisenbahnen (AGVDE) - also nicht direkt mit der SWEG - befinde.
"Die Arbeitgeberseite hat hier ein mehr als verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt, und die Streiks sind daher unverhältnismäßig", so der Konzerngeschäftsführer. Zum anderen geht es seinen Angaben zufolge um die Auswirkungen von Ausschreibungen im Busbereich. "Themen wie Betriebsänderungen und -stilllegungen sind laut Betriebsverfassungsgesetz eine Angelegenheit zwischen Unternehmen und Betriebsrat, nicht zwischen Unternehmen und Gewerkschaft."
Stockende Tarifverhandlungen
Betroffen von dem Warnstreik sind nach Unternehmensangaben erneut die Standorte Weil am Rhein, Müllheim, Endingen, Emmendingen, Lahr, Offenburg, Schutterwald, Kehl, Gammertingen, Wiesloch, Sinsheim, Dörzbach und Lauda-Königshofen. Es sei deshalb in diesen Verkehrsgebieten mit erheblichen Fahrtausfällen im SWEG-Busverkehr zu rechnen. Betroffen sei auch der Schulbusverkehr der SWEG - dieser werde voraussichtlich vollständig ausfallen.
Grund für die Warnstreiks sind laut Verdi stockende Tarifverhandlungen. Bundesweit werde über höhere Entgelte im Eisenbahntarifvertrag verhandelt.