BayernDie Kirche wird kleiner - was das bedeutet

Bleibt die Kirche noch im Dorf? Die schrumpfende Landeskirche steht vor großen Herausforderungen. Zugleich weist der Landesbischof der Kirche eine wichtige gesellschaftliche Rolle zu.
Bayreuth (dpa/lby) - In der evangelischen Kirche ringt die Landessynode schon seit einigen Jahren darum, wie sie zukunftsfest bleibt - angesichts sinkender Mitgliederzahlen und einem engeren finanziellen Spielraum. Aktuell tagt das Kirchenparlament in Bayreuth.
Kirche als Ort der Orientierung?
Landesbischof Christian Kopp sagte bei der Synode, die Kirche sei ein Ort der Orientierung. Angesichts von Spannungen, Misstrauen und Radikalisierung seien solche Orte nötig.
In der Kirche könnten Menschen miteinander sprechen, Spannungen würden ausgehalten und Vertrauen könne wachsen. "Ich will weiterhin ein demokratisches Bayern und ein demokratisches Deutschland", sagte Kopp. Dafür würden sich evangelische Christinnen und Christen immer einsetzen. Und: Die Kirche werde weiterhin an der Seite der Armen stehen. "Das ist unser Auftrag."
Was soll mit all den Gebäuden der Kirche geschehen?
Die Mitgliederzahl der Kirche rutschte 2025 unter die Zwei-Millionen-Marke, Jahr für Jahr kehren viele Menschen der Landeskirche den Rücken zu. Zudem sterben mehr Mitglieder als neue durch Taufe dazukommen. Strukturen vor Ort mit vielen Gebäuden seien oft "überdimensioniert", sagte die neue Präsidentin der Landessynode, Tanja Keller. Zugleich betonte sie aber auch: "Gebäude sind Heimat."
Wie es mit den Gebäuden weitergeht - das war eine Frage, die viele Menschen, in den Gemeinden umtreibt, wie bei der Synode deutlich wurde. Ja, man brauche Rituale für den Übergang, sagte Kopp mit Blick auf evangelische Kirchen, die möglicherweise bald nicht mehr als solche genutzt würden. Das seien "durchbetete Räume", in denen Menschen schöne Dinge wie Taufen oder Trauungen erlebt hätten, aber auch Trauerfeiern.
Und was muss sich sonst ändern?
Man werde klug agieren, versprach Landesbischof Kopp. Veränderung gehöre zum Wesen der Kirche, sagte Synodalpräsidentin Keller. Kopp betonte, es werde künftig nicht mehr gehen, dass in einer Region alles für alle angeboten werde. Es müssten Schwerpunkte gesetzt werden. Kirche bleibe jedoch "lokal und persönlich". Niemand wolle das kirchliche Leben vor Ort schwächen.
Keller sagte in ihrer ersten Rede als neu gewählte Präsidentin, sie wünsche sich, dass die Synode gemeinsam überlege, wo man in 15 Jahren als Kirche stehen wolle. Welche Vorstellung sie selbst davon hat, ließ sie zunächst offen. Sie erklärte, es wäre schwierig, wenn sie jetzt sagen würde: "So muss es laufen."