BayernHoffnung für Frühchen: KI-Modellprojekt in Nürnberg startet

Nürnberg testet als erstes deutsches Klinikum KI für Frühgeborene. Erkennt die Technik winzige Warnsignale früher und kann das medizinische Personal alarmieren? 400 Babys jährlich könnten profitieren.
München (dpa/lby) - Am Klinikum in Nürnberg soll ein Modellprojekt mit KI die Chancen von Frühchen verbessern. Das Projekt soll dazu beitragen, die Sicherheit für extrem früh geborene Babys durch eine automatisierte Überwachung mittels Künstlicher Intelligenz zu verbessern, wie das Gesundheitsministerium in München mitteilte. Das laut Ministerium in Deutschland bislang einmalige Projekt wird vom Freistaat mit 150.000 Euro gefördert. Nach zwei Jahren soll entschieden werden, ob die Technik bayernweit zum Einsatz kommt.
KI könnte kleinste Auffälligkeiten erkennen und Personal alarmieren
Grundsätzlich komme die KI bei dem Modellprojekt in drei Bereichen zum Einsatz. Sie soll zur Patientensicherheit beitragen, indem die KI eine automatisierte Überwachung leistet. Daneben soll eine KI-optimierte Ernährung zur Förderung des Wachstums und der neurologischen Entwicklung der Frühgeborenen beitragen. Zudem soll die KI zur Steuerung der künstlichen Plazenta eingesetzt werden.
Die Technik soll möglichst kritische Situationen auf der Neugeborenen-Intensivstation früher erkennen, wie Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) sagte. Beispielsweise könne die Video-KI kleinste auffällige Bewegungsmuster erkennen, die Hinweis auf ein Problem bei den Frühchen sein können. KI würde dann automatisch das Personal alarmieren.
Im Nürnberger Klinikum werden etwa 400 Frühgeborene pro Jahr behandelt, davon kommen mehr als 60 Babys mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1.500 Gramm zur Welt.