BayernMehring will Leitplanken für Künstliche Intelligenz

KI-Systeme entwickeln sich rasant. Deshalb fordert Digitalminister Mehring, mit Chancen und Risiken verantwortungsvoll umzugehen. Wie der Freistaat der KI-Entwicklung begegnen will.
München (dpa/lby) - Mit einem KI-Sicherheitsdialog, einem jährlichen KI-Sicherheitsbericht und einem eigenen KI-Ethikforum will der Freistaat der rasanten Entwicklung von Künstlicher Intelligenz begegnen. Zudem kündigte Digitalminister Florian Mehring (Freie Wähler) nach einem Spitzentreffen mit Vertretern der KI-Branche sowie Fachleuten aus Wissenschaft, Ethik und Gesellschaft eine bessere Aufklärung der Bevölkerung über KI an.
"Wer bei KI an der Spitze fährt, muss auch die Leitplanken mitbauen", sagte Mehring. Man wolle die Chancen von KI nutzen und zugleich die damit verbundenen Risiken bestmöglich kontrollieren.
KI-Sicherheitsdialog soll zweimal im Jahr tagen
Beim KI-Sicherheitsdialog sollen sich Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über aktuelle Entwicklungen bei Künstlicher Intelligenz austauschen und beraten, wie Innovation und Sicherheit in Einklang gebracht werden können. Das Gremium soll zweimal im Jahr tagen und noch in diesem Jahr erstmals zusammentreten, wie Mehring erklärte. "KI-Sicherheit darf kein Thema sein, das wir alle paar Jahre aus der Schublade holen. Sie muss zum permanenten Bestandteil unserer Technologiepolitik werden", betonte er.
Unterstützt werden soll der KI-Sicherheitsdialog durch Forschung im Auftrag des Digitalministeriums. Noch in diesem Jahr soll festgelegt werden, wer die wissenschaftliche Begleitung übernimmt. Von 2027 an soll laut Mehring dann ein jährlicher KI-Sicherheitsbericht erscheinen. Zudem bekräftigte Mehring die Forderung Bayerns, ein deutsches KI-Sicherheitsinstitut zu gründen und dieses in Bayern anzusiedeln.
KI-Ethikforum soll gesellschaftliche Fragen klären
Zudem will Mehring ein Ethikforum für Künstliche Intelligenz einberufen, an dem auch der schon existierende bayerische KI-Ethikrat mitwirken werde. Dem Gremium sollen auch Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft angehören - es soll noch in diesem Jahr erstmals tagen.
"KI eröffnet explosionsartig ein neues Universum an Möglichkeiten, und diese Gesellschaft muss sich dazu verhalten, muss auch ihre Werte, muss auch ihre Ethik einfließen lassen können in die Frage, wie wir mit dieser Technologie unseres Jahrhunderts umgehen", sagte Mehring.
Mehr Wissen über KI in der Bevölkerung vermitteln
Mit einer breit angelegten Aufklärungskampagne will der Minister künftig mehr Wissen über KI in der Bevölkerung vermitteln und die Gesellschaft besser aufklären. "Wer verstehen kann, was KI leistet, wo ihre Grenzen liegen und welche Risiken tatsächlich bestehen, kann souveräner mit dieser Technologie umgehen."