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Bayern Polizei will Motorrad-Ausflüge während Corona-Krise ahnden

Ein Motorradfahrer fährt über eine Straße. Foto: picture alliance / dpa/Symbolbild

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Das Innenministerium rät von Spritztouren am Wochenende ab, die Polizei hat verstärkte Kontrollen angekündigt. Dabei wird es auf Fingerspitzengefühl ankommen - und die Einsicht der Biker.

München (dpa/lby) - Das Bayerische Innenministerium hat mit Blick auf das Wochenende klargestellt, dass Motorradausflüge im Freistaat aufgrund der Ausgangsbeschränkungen derzeit verboten sind. Als Transportmittel zum Ausgangsort eines Spaziergangs dürfen sie zwar genutzt werden. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bat allerdings darum, bei Zweifeln lieber Zuhause zu bleiben.

"Wir brauchen alle Kräfte im Kampf gegen das Virus. Wir müssen Rettungswesen und die Krankenhäuser soweit wie möglich entlasten", sagte er mit Blick auf die Unfallgefahr. "Abgesehen davon, dass ohnehin besondere Vorsicht angeraten ist, wenn man das Motorrad zu Beginn der Saison aus der Garage holt: Belassen Sie es bei kurzen Fahrten in die Arbeit oder zum Einkaufen."

In weiten Teilen des Freistaats kündigte die Polizei verstärkte Kontrollen an. "Wir versuchen damit, extremen Auswüchsen vorzubeugen", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. "Wir werden bei den Kontrollen aber das Gespräch suchen und an die Vernunft der Fahrer appellieren, damit sie die Heimreise antreten."

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd droht darüber hinaus im Zweifelsfall mit Anzeigen. "Wenn die Begründung des Spazierengehens zum Beispiel von der Route her keinen Sinn ergibt, werden wir unsere Schlüsse ziehen", sagte eine Sprecherin. Man hoffe aber auf die Vernunft der Menschen: "Es geht um unser aller Gesundheit."

Auch in Niederbayern will die Polizei am Wochenende verstärkt Strecken und Ziele in den Blick nehmen, die zu Ausflügen genutzt werden. "Schon am vergangenen Wochenende waren da einige Parkplätze gut gefüllt", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums. "Bei diesen Kontrollen ist das Fingerspitzengefühl der Kollegen besonders gefordert." Das Polizeipräsidium Unterfranken kündigte via Twitter ebenfalls verstärkte Kontrollen an.

In Oberfranken ist eine Ausweitung nach Angaben des dort zuständigen Polizeipräsidiums dagegen nicht vorgesehen. "Wir machen das weiter mit hoher Intensität wie bisher, mit durchschnittlich 1500 bis 2000 Kontrollen am Tag", sagte ein Sprecher. "Aber wir gehen davon aus, dass die Ahnungsquote am Wochenende höher sein wird."

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