Berlin & Brandenburg70. Todestag von Brecht: Wo er die letzten Sommer verbrachte

Besucher strömen ins Brecht-Weigel-Haus und erleben originale Möbel von Bertolt Brecht und Requisiten aus "Mutter Courage und ihre Kinder". Was macht Buckow zur Pilgerstätte für Brecht-Fans?
Buckow (dpa/bb) - Im Jahr des 70. Todestags des Dramatikers Bertolt Brecht kommen viele Besucherinnen und Besucher nach Buckow in der Märkischen Schweiz. Hier verbrachte Brecht (1898-1956) gemeinsam mit seiner Frau Helene Weigel ab 1952 seine Sommer und schrieb mit Blick auf den Schermützelsee.
Tausende Interessierte kämen zum Brecht-Weigel-Haus, um etwa die originalen Einrichtungsgegenstände des Künstlerpaars zu besichtigen sowie Requisiten aus der Erstaufführung von "Mutter Courage und ihre Kinder" aus dem Jahr 1949 zu besichtigen, sagte eine Sprecherin des Museums.
Am 14. August 1956 starb der Dramatiker und gebürtige Augsburger Brecht im Alter von 58 Jahren in Ost-Berlin. Seine Werke werden noch heute in aller Welt gespielt. In Buckow schrieb er 1953/54 seinen letzten Gedichtzyklus: die "Buckower Elegien".
Wo schrieb Brecht in seinen letzten Sommern?
Das Literaturmuseum in Buckow veranstaltet ganzjährig Lesungen, Konzerte, Ausstellungen und Sonderführungen. Anlässlich des Tags des Offenen Denkmals am 13. September werde es eine besondere Führung geben, so die Sprecherin des Brecht-Weigel-Hauses. Im Gärtnerhaus könne Bertolt Brechts ehemaliges Arbeitszimmer besucht werden - eine seltene Gelegenheit, da das Haus inzwischen in Privatbesitz sei. Zehn Personen haben demnach Zutritt und die Plätze seien bereits ausgebucht.
Bei weiteren Führungen durch die denkmalgeschützte "Eiserne Villa" gehe es vom Erdgeschoss über die Bibliothek im ersten Stock bis unters Dach - ins ehemalige Schlafzimmer Helene Weigels.
Seit 1977 gibt es in dem kleinen Kurort das Brecht-Weigel-Haus, außerdem einen Brecht-Verein und Brecht-Spaziergänge. Zuletzt hatte Buckow nach einem Beschluss der Stadtverordneten angestrebt, sich künftig "Brecht-Stadt" nennen zu dürfen.