Berlin & BrandenburgAlle schauen in den Himmel - Tausende verfolgen Spektakel

Seltene Himmelsphänomene haben zahlreiche Menschen in der Region am Mittwochabend nach draußen gelockt. An manchen Orten wurde es richtig voll.
Berlin (dpa/bb) - Der Blick in den Himmel hat sich am Mittwochabend gleich doppelt gelohnt. Erst war die partielle Sonnenfinsternis zu sehen, dann zogen in der Nacht mit dem Höhepunkt des Perseidenstroms Dutzende Sternschnuppen über den Himmel.
An zahlreichen Orten in Berlin und Brandenburg versammelten sich Menschen, um zu beobachten, wie sich der Mond langsam vor die Sonne schob. Es herrschte eine schöne und friedliche Stimmung.
Wer keine Sonnenfinsternis-Brille mehr ergattern konnte, bastelte noch schnell eine Lochkamera aus einem Karton oder einer Chipsdose. Viel los war zum Beispiel am Tempelhofer Feld. Die Schaulustigen machten es sich mit Picknickdecken gemütlich. Kurz bevor die Sonne am Horizont verschwand, gab es spontanen Applaus.
Am Hermannplatz in Neukölln wurden die heiß begehrten Schutzbrillen solidarisch geteilt und kurzerhand an den Nebenmann oder die Nebenfrau weitergegeben.
Auch am Schloss Charlottenhof in Potsdam war es voll.
Riesigen Andrang gab es am Zeiss-Großplanetarium in Prenzlauer Berg. Hunderte Meter lang standen Menschen Schlange, um noch eine kostenlose Brille zu bekommen. "Ich warte seit zwei Stunden", sagte eine Frau der Deutschen Presse-Agentur. Auch das Interesse für das Begleitprogramm des Planetariums war groß, die Schlange entsprechend lang.
Die Polizei war angesichts der vielen Menschen vor Ort. Der nahegelegene S-Bahnhof Prenzlauer Allee wurde vorübergehend gesperrt. Die Polizei sprach am Abend von etwa 3.000 Schaulustigen auf dem Platz vor dem Planetarium.
Viel los war auch auf Brücken mit freiem Blick in Richtung Westen, auf Hügeln, Türmen.
Zwischen 23.00 Und 4.00 Uhr blitzten die Sternschnuppen über den Himmel. Die Perseiden sind ein jährlich wiederkehrendes Himmelsphänomen, in diesem Jahr war es besonders gut zu sehen. Da Neumond war, störte kein Mondlicht den Blick auf die Sternschnuppen.
Ihren Ursprung haben die Perseiden im Kometen 109 P/Swift-Tuttle. Die Erde kreuzt den Strom aus winzigen Staubteilchen, welche der Komet auf seiner Bahn um die Sonne hinterlassen hat. Treten die Teilchen in die Erdatmosphäre ein, verglühen sie als leuchtende Sternschnuppen.
Schon seit mehreren Wochen tauchen die Meteore am Nachthimmel auf, viele weitere wird man in den kommenden Tagen bei guter Witterung und am besten an einem möglichst dunklen Ort - also nicht in der Großstadt - erspähen können.
Nach der partiellen Sonnenfinsternis am Abend boten Sternwarten und Planetarien in Berlin und Brandenburg auch ein Programm für Interessierte des Meteorstroms.