Berlin & BrandenburgAus Sorge vor rechter Gewalt: Demo in Cottbus geplant

Antisemitische Schmierereien, Drohungen, Angriffe: In Cottbus wächst die Sorge vor rechter Gewalt. Die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg will jetzt auf die Straße gehen.
Cottbus (dpa/bb) - Nach mutmaßlich rechten Angriffen und Einschüchterungsversuchen in Cottbus will die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg mit einer Demonstration ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen. Die Versammlung am Donnerstagabend (19.00 Uhr) stehe unter dem Motto "Ihr greift uns an - wir stehen noch näher zusammen", teilte die Initiative mit. Sie rechnet mit mehreren hundert Teilnehmern. Auch die Grünen riefen dazu auf, die Demonstration in Cottbus zu unterstützen.
Die Sprecherin der Initiative Sichere Orte Südbrandenburg, Ricarda Budke, sagte laut einer Mitteilung: "Der rechte Terror muss jetzt von Landesregierung, Polizei und Kommune mit höchster Priorität bekämpft werden. Wir haben es hier mit organisierter rechter Bandenkriminalität zu tun. Wir brauchen Schutz für unsere Orte und Ermittlungsergebnisse, die rechte Gewalttäter entsprechend zur Verantwortung ziehen."
Der Staatsschutz der Polizei ermittelt nach mehreren Straftaten in Cottbus und prüft, ob rechtsextreme Täter dahinterstecken. In den vergangenen Tagen waren in Cottbus ein antisemitischer Schriftzug und ein Hakenkreuz an die Synagoge geschmiert worden. Unbekannte warfen eine Leuchtfackel in das Haus eines alternativen Wohnprojektes. Zudem kam es zu mutmaßlich rechten Drohung vor der Wohnung eines Studentenpfarrers, der sich gegen Rechtsextremismus stellt.
Rechtsextreme versuchten, den politischen Gegner einzuschüchtern, heißt es von engagierten Gruppen gegen rechts schon seit längerem. Bereits 2025 war es wiederholt zu Angriffen mit Pyrotechnik auf das alternative Wohnprojekt "Zelle 79" gekommen.