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Berlin & BrandenburgNaturschutzbund nennt Salz-Einsatz "Schnapsidee"

30.01.2026, 17:38 Uhr
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Streusalz hilft nur bis minus 8 Grad und schadet Bäumen oder Beton, sagt eine Expertin. Was die Biologin als bessere Alternative empfiehlt.

Berlin (dpa/bb) - Der Naturschutzbund (Nabu) in Berlin hat die Erlaubnis zum Einsatz von Streusalz auf glatten Gehwegen als "Schnapsidee" kritisiert. "Salz ist keine Lösung", sagte Geschäftsführerin Melanie von Orlow im RBB Inforadio. "Mir ist es unverständlich, warum man da nicht einfach auf das gute alte Streuen mit Sand oder Split zurückgreift."

Streusalz habe viele problematische Seiten, so die Biologin. Es führe zu Korrosion an Gebäuden, an Fahrzeugen oder an Beton. "Die Tierwelt leidet darunter." Außerdem greife das Salz die Bäume an. Zudem sei Salz kein Allheilmittel: "Es funktioniert nur bis etwa minus 8 Grad einigermaßen gut. Wird es kälter, wie wir es jetzt auch ziemlich oft hatten in der Nacht, funktioniert Streusalz schon mal gar nicht mehr."

Probleme hausgemacht?

Die Probleme mit Schnee und Eis in Berlin seien hausgemacht, meinte von Orlow. "Wir sind ja nicht erst seit gestern im Winter, sondern schon etwas länger. Und wenn man sieht, wie teilweise hier auch Winterdienst gemacht wird, dann wundert einen das nicht."

Mit Maschinen werde über den Gehweg gefahren, alles noch fest gedrückt, was an Schnee da ist, und kräftig darüber gestreut. "Ich kann nur sagen, ich mache das Zuhause mit dem Spaten richtig ordentlich weg und habe dann wirklich das Pflaster wieder vor mir. Und Stellen, die man dann wirklich nicht mehr wegkriegt, weil es zu vereist ist, dann wird kräftig gestreut. Ganz normaler Sand reicht."

Quelle: dpa

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