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Berlin & BrandenburgPolizei: Weniger Messerangriffe in Berlin

11.04.2026, 05:31 Uhr
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In Neukölln wird ein Mann blutend auf dem Bürgersteig gefunden. Vor einer Kneipe wird ein Mann niedergestochen. - Messergewalt ist ein ernsthaftes Problem in Berlin. Was sagen die Zahlen?

Berlin (dpa/bb) - Die Zahl der Messerangriffe in Berlin ist nach Daten der Polizei im ersten Quartal des Jahres zurückgegangen. Insgesamt wurden in der Zeit vom 1. Januar bis zum 31. März 611 solcher Taten erfasst, wie die Polizei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei dies ein Rückgang um etwa 27 Prozent (1. Quartal 2025: 839 Fälle), hieß es.

Verletzt wurden dabei nach der Polizei-Statistik in den ersten drei Monaten des Jahres 211 Menschen. Ein Mensch starb, 36 wurden schwer verletzt. Mit leichten Verletzungen kamen nach den Daten 174 Geschädigte davon.

Auch diese Zahlen liegen laut Polizei unter denen des Vorjahreszeitraums. Im ersten Quartal 2025 wurden 246 Menschen verletzt, 37 von ihnen schwer. Drei Angegriffene starben.

Eine Polizeisprecherin wies darauf hin, dass sich auch im laufenden Jahr die Zahlen noch erhöhen können - wegen einer späteren Erfassung von Fällen in der Statistik. Unter dem Stichwort "Messerangriff" werden Taten erfasst, in denen ein Messer eingesetzt oder damit gedroht wurde.

Binnen weniger Stunde mehrere Vorfälle

Allein in der zurückliegenden Woche gab es laut Polizei mehrere solcher Fälle. So wurde nach den Angaben ein Mann in Moabit in der Nacht zum Mittwoch lebensgefährlich durch eine Messerattacke verletzt, als er einen Streit in einer Bar schlichten wollte. Rund eine Stunde zuvor wurde in Neukölln ein 31-Jähriger mit Schnitt- und Stichverletzungen auf einem Bürgersteig gefunden. Der Hintergrund war zunächst unklar.

In der Nacht zuvor trug ein 49-Jähriger bei einem Streit Friedrichshain Schnitt- und Stichwunden am Oberschenkel davon. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bezeichnete es als "alarmierendes Signal", dass innerhalb kürzester Zeit mehrere Menschen schwer verletzt wurden.

Verbotszonen und Sondereinheit

Im gesamten Jahr 2025 registrierte die Polizei in Berlin laut Kriminalstatistik 3.599 Fälle im Bereich "Messerangriff". Im Vergleich zum Vorjahr war dies nach den Angaben eine Zunahme um 5,5 Prozent. Etwa die Hälfte waren Drohungen. 1.906 Verdächtige ermittelte die Polizei. 86 Prozent waren demnach männlich, 56 Prozent mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit.

Polizei und Politik reagierten auf eine Zunahme von Messerkriminalität. Im Dezember 2024 wurde eine Koordinierungsstelle für Messerstraftaten beim Landeskriminalamt (LKA) eingerichtet und die Strategie gegen Messergewalt neu ausgerichtet und verschärft. Der Senat errichtetet drei Waffen- und Messerverbotszonen: im Görlitzer Park und am Kottbusser Tor in Kreuzberg sowie am Leopoldplatz in Wedding. Polizei und Senat sehen erste Erfolge.

Quelle: dpa

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