Berlin & BrandenburgCDU-Spitzenkandidat will Büros zu Wohnungen umbauen

CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers hält nichts davon, Wohnungsunternehmen zu enteignen. Er schlägt vor, Büroimmobilien zu Wohnungen umzubauen.
Berlin (dpa/bb) - CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers sieht viel Potenzial für neue Wohnungen in Berlin durch das Aufstocken von Häusern und die Umwandlung von Büroimmobilien. "Wir sollten ungenutzte Büro- oder Gewerbeimmobilien zumindest temporär in Wohnraum umwandeln. Eine Umbauagentur könnte Eigentümer dabei unterstützen", sagte Evers der "Berliner Morgenpost".
Ein weiterer Vorschlag des Finanz- und Kultursenators: "Wir könnten theoretisch zehntausende neue Wohnungen durch Aufstockungen auf den Dächern Berlins schaffen." Das scheitere momentan allerdings an rechtlichen und wirtschaftlichen Hürden.
Keine Enteignungen - aber Wohnungsbau auf dem Tempelhofer Feld
Die Umsetzung des erfolgreichen Volksentscheids zur Enteignung großer Immobilienunternehmen lehnt Evers dagegen weiterhin strikt ab: "Der populistische Ruf nach Massenenteignungen führt nur dazu, dass das Problem immer größer wird", warnte er. "Viele Wohnungen wurden in den letzten Jahren nicht errichtet, weil Investoren eine linke Regierung in Berlin fürchten."
Stattdessen spricht sich der CDU-Spitzenkandidat klar für Wohnungsbau auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof aus. Bei einem Volksentscheid 2014 hatte sich eine deutliche Mehrheit gegen eine Bebauung ausgesprochen.
"Ich erfahre sehr viel positive Rückmeldungen für den Vorschlag, am Rand des Tempelhofer Feldes bezahlbare Wohnungen für 50.000 Menschen zu bauen", sagte Evers dagegen. "Ich kann niemandem in Lichtenberg erklären, warum dort grüne Innenhöfe bebaut werden, während in zentraler Lage ein so großes Potenzial nicht genutzt wird."