Berlin & BrandenburgCampus-Pläne am Brauhausberg: 77 Hinweise eingereicht

Der geplante neue Uni-Campus am Brauhausberg nimmt Form an. Nach Dutzenden Stellungnahmen sind Gutachten zu Verkehr, Umwelt und Baugrund in Arbeit – ein Beschluss ist für das kommende Jahr geplant.
Potsdam (dpa/bb) - Für den Bebauungsplan auf dem Gelände des künftigen Uni-Campus am Brauhausberg in Potsdam haben Stadt und Land 77 Stellungnahmen erhalten. "Das große Interesse der Bürgerinnen und Bürger zeigt, wie sehr ihnen die Entwicklung der Stadt und des Brauhausberges am Herzen liegt", sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) laut einer Mitteilung der Staatskanzlei.
Die 36 Hinweise von Behörden sowie die Anmerkungen von Bürgerinnen und Bürgern werden den Angaben zufolge nun ausgewertet und in die weitere Planung einbezogen. Zeitgleich dazu werden Gutachten ausgearbeitet: Dabei gehe es unter anderem um die Themen Mobilität und Verkehr, Entwässerung, Artenschutz, Boden und Baugrund, Schall und Luftqualität.
Im zweiten Halbjahr 2026 soll der förmliche Bebauungsplanentwurf erarbeitet werden. Der Beschluss des Bebauungsplans durch die Stadtverordnetenversammlung ist demnach für das kommende Jahr vorgesehen. "Unser Ziel ist ein nachhaltiger und lebendiger Campus, der sich zur Stadt öffnet, in sie ausstrahlt und damit eine Bereicherung für ganz Potsdam wird", sagte Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) laut Mitteilung.
Software-Milliardär Plattner plant neuen Campus
Der Software-Milliardär und SAP-Mitgründer Hasso Plattner will über seine Stiftung bis 2035 einen neuen Campus in Potsdam aufbauen und seine IT-Forschungseinrichtung, das Hasso-Plattner-Institut (HPI), erweitern. Damit soll Deutschland bei der Forschung zur Künstlichen Intelligenz (KI) im internationalen Wettbewerb stärker mitmischen. Wegen der Erweiterung des HPI, das zur Uni Potsdam gehört, sollen Jura und Sozialwissenschaften vom Campus Griebnitzsee zum neuen Standort nahe dem Hauptbahnhof ziehen.
Auf dem Brauhausberg, auf dem der Campus entstehen soll, tagte bis 2013 der brandenburgische Landtag. In der DDR beherbergte das weithin sichtbare Gebäude die SED-Bezirks- und Kreisleitung. Es bekam daher den Spitznamen "Kreml". Seit vielen Jahren stand es leer.
Vor Jahren hieß es, es soll für Wohnungen und Gewerbe umgebaut werden. Im August 2023 war in dem denkmalgeschützten Gebäude ein großes Feuer ausgebrochen. Dabei stürzte der Dachstuhl ein. Immer wieder kam es auch zu Beschädigungen auf dem Gelände durch Vandalismus.