Berlin & BrandenburgCrumbach sieht Osten bei Bahnfinanzierung benachteiligt

Der Bund ist wesentlich für die Ausfinanzierung der Zuginfrastruktur verantwortlich. Brandenburgs Verkehrsminister klagt über eine Benachteiligung des Ostens.
Potsdam (dpa/bb) - Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) sieht den Osten mit Blick auf die Finanzierung der Schieneninfrastruktur durch den Bund benachteiligt. Er sehe, wie der Bund sich bei Schienenprojekten wie der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München engagieren wolle, sagte Crumbach im RBB-Inforadio. Die Projekte im Osten - wie die Ostbahn - würden auf den "hinteren Plätzen" der Prioritätenliste landen.
Es gebe in Ostdeutschland spezifische Interessen. "Und die muss auch der Bund anerkennen." In Brandenburg sei die Verbindung in Richtung Polen sehr wichtig, führte Crumbach aus. "Die Ostbahn muss kommen."
Die Strecke der Linie RB 26 Berlin - Küstrin-Kietz und weiter nach Küstrin in Polen ist auf deutscher Seite nicht elektrifiziert und abschnittsweise eingleisig. Im Bundesverkehrswegeplan ist sie als "potenzieller Bedarf" ausgewiesen. Das Bundesverkehrsministerium sieht derzeit keine Perspektiven für einen zügigen Ausbau.
Voraussetzung für eine Einstufung in den "vordringlichen Bedarf" wäre eine positive gesamtwirtschaftliche Bewertung. "Ein Bedarf der Ostbahn für internationale Fern- und Güterverkehre über die bereits bestehenden Verbindungen hinaus ist (...) aber nicht erkennbar", hatte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur gesagt.