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Berlin & Brandenburg Justizsenatorin: Sanierung von Gefängnis Tegel gesichert

Lena Kreck (Die Linke), Berliner Senatorin für Justiz, Vielfalt und Antidiskriminierung, beim Interview.

(Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Als die ersten Häftlinge dort einzogen, trug das Gebäude noch den Namen Königliches Strafgefängnis. Auch heute sitzen dort Straftäter ihre Haftzeit ab. Das erfordert Umbauten.

Berlin (dpa/bb) - Die seit langem geplante Sanierung des Berliner Gefängnisses Tegel soll nun 2024 beginnen. Mindestens 23 Millionen Euro sind laut Justizverwaltung veranschlagt, um die Teilanstalt III mit zu kleinen und veralteten Hafträumen zu modernisieren. Die Finanzierung sei gesichert durch die jüngst vom Senat verabschiedete Investitionsplanung des Landes Berlin für die Jahre 2022 bis 2026. "Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass es schneller vorangeht, aber jetzt haben wir einen stabilen Fahrplan, wie die Instandsetzung dieser Altlast vorankommt", sagte Justizsenatorin Lena Kreck (Linke) der Deutschen Presse-Agentur.

Das denkmalgeschützte Hafthaus steht seit Jahren leer und gehört zu einem der größten Gefängnisse Deutschlands. Die ersten Häftlinge zogen 1898 in das damalige Königliche Strafgefängnis. Im Laufe der Jahre wurde der Komplex im Berliner Bezirk Reinickendorf immer wieder erweitert. Heute erstreckt sich die Justizvollzugsanstalt (JVA), die sich nur wenige Kilometer vom früheren Flughafen Tegel entfernt befindet, laut Verwaltung auf mehr als 130.000 Quadratmeter.

Untergebracht sind dort männliche Straftäter, die mehrjährige oder auch lebenslange Haftstrafen verbüßen. Auch die sogenannte Sicherungsverwahrung befindet sich auf dem Gelände. Zum Schutz der Allgemeinheit werden dort Täter untergebracht, die ihre Strafe verbüßt haben, aber immer noch als gefährlich gelten. Mitte September saßen nach Angaben eines Justizsprechers 714 Männer in der JVA ein. Das Gefängnis verfügt demnach über 917 Plätze.

Im Zuge der Bauarbeiten soll die historische Teilanstalt III zu einem modernen Gefängnis umgebaut werden mit insgesamt 198 Hafträumen. Zudem sollen ein Bildungszentrum und ein moderner Gesundheitsbereich mit Untersuchungsmöglichkeiten entstehen. Die ersten Häftlinge sollen nach bisheriger Planung Mitte 2027 in das sanierte Gebäude ziehen, wie es hieß.

Ebenfalls starken Sanierungsbedarf sehen die Fachleute für die Teilanstalt II. Dies wird laut Justizverwaltung allerdings frühestens im Herbst 2026 beginnen. Gleichwohl wird ab Anfang 2023 in dem Komplex gebaut: Der Brandschutz soll dann wie vorgeschrieben verbessert werden. Dafür steht nach Angaben des Sprechers ein Budget von 1,8 Millionen Euro zur Verfügung. Die Umsetzung soll in vier Abschnitten bei laufendem Betrieb innerhalb von etwa acht Monaten erfolgen. Während der Zeit stünden bis zu 120 Haftplätze weniger zur Verfügung.

Quelle: dpa

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