Regionalnachrichten

Berlin & BrandenburgLandesarchiv übernimmt Schlüsselakten zu NS-Entschädigungen

16.02.2026, 12:40 Uhr
Das-Landesarchiv-Berlin-uebernimmt-Zehntausende-von-Akten-zu-Entschaedigungsverfahren

280.000 Akten zu Entschädigungsverfahren: Warum Nachkommen von NS-Opfern oft nur mit diesen Unterlagen ihre Staatsbürgerschaft nachweisen können.

Berlin (dpa/bb) - Das Landesarchiv Berlin (LAB) übernimmt künftig die Aufbewahrung der Akten zu Entschädigungsverfahren im Zusammenhang mit nationalsozialistischen Verbrechen von 1933 bis 1945. Sie sind dem LAB zufolge einmalige Quellen zu deren Erforschung und von zentraler Bedeutung für vergleichende historische und sozialwissenschaftliche Studien.

Sie seien außerdem für Nachkommen NS-verfolgter Personen in Staatsangehörigkeitsangelegenheiten weiterhin unverzichtbar. Häufig lieferten sie den einzigen Nachweis für Ansprüche auf den Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft.

Akten werden Anfang April übergeben

Die geschlossenen Entschädigungs-Unterlagen des Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (LABO), insgesamt bis zu 280.000 Akten, sollen voraussichtlich zum 1. April an das Landesarchiv übergeben werden.

"Sie sind nicht nur ein zentrales Zeugnis des nationalsozialistischen Unrechts, sondern machen zugleich die Verfahren der Entschädigung für eine vertiefte Aufarbeitung sichtbar und zugänglich", sagte der Direktor des Landesarchivs, Sven Kriese. "Mit der Übernahme bleibt einer der größten Bestände dieser Art in Deutschland dauerhaft gesichert und steht der Öffentlichkeit wie auch der Forschung zur Verfügung."

Die Übernahme durch das LAB betrifft allerdings nur die Archivierung. Alle entschädigungsrechtlichen Angelegenheiten, wie die Auszahlung von Entschädigungsleistungen, bleiben weiterhin in der Verantwortung des LABO.

Quelle: dpa

Regionales