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Berlin & BrandenburgNeuer Visit-Berlin-Chef muss schon wieder gehen

03.09.2026, 13:35 Uhr
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Sein Vorgänger war 17 Jahre im Amt, Jürgen Amann muss schon nach drei Monaten wieder gehen. Offenbar wurde ein Abfindungsvertrag unterzeichnet.

Berlin (dpa/bb) - Nach nur drei Monaten auf dem Geschäftsführerposten muss Jürgen Amann die Tourismusagentur Visit Berlin wieder verlassen. Wie der "Tagesspiegel" berichtet, gab es zwischen dem Land und Amann zu unterschiedliche Vorstellungen, wie es mit Visit Berlin weitergehen soll. Auch soll das Betriebsklima unter seiner Führung von einigen als problematisch wahrgenommen worden sein. Der Deutschen Presse-Agentur wurde der "Tagesspiegel"-Bericht aus informierten Kreisen bestätigt. Demnach wurde ein Aufhebungsvertrag zwischen Amann und Visit Berlin unterzeichnet, laut "Tagesspiegel" erhält er eine Abfindung von zwei Monatsgehältern.

Zeitung: Unstimmigkeiten bei Amanns Abrechnungen in Köln

Amann leitete die Tourismusagentur seit Juni gemeinsam mit Sabine Wendt. Er übernahm das Amt von Burkhard Kieker, der 17 Jahre lang den Kurs von Visit Berlin prägte. Amann wechselte vom Rhein an die Spree, vor dem Job in Berlin leitete er mehr als sechs Jahre lang das Unternehmen KölnTourismus.

Dort werden laut "Tagesspiegel" Abrechnungen Amanns wegen zahlreicher Merkwürdigkeiten und Widersprüche genauer überprüft. Das Rechnungsprüfungsamt Köln ist demnach mit dem Fall befasst, vom Aufsichtsrat gibt es für Amann keine Entlastung, der Jahresabschluss ist offen. Im Fokus stehen laut der Zeitung Zahlungen mit der Firmenkreditkarte sowie Fahrten, Einladungen und Eintrittskarten.

"Wir nehmen die Vorwürfe ernst. Von Herrn Amann erwarten wir eine zügige und restlose Aufklärung" sagte Oliver Schumacher, Aufsichtsratsvorsitzender von Visit Berlin, dazu Mitte Juli dem "Tagesspiegel".

Visit Berlin war zunächst nicht für Nachfragen zu erreichen. Auch die zuständige Senatsverwaltung für Wirtschaft wollte sich nicht zu dem Thema äußern. Dem "Tagesspiegel" zufolge findet am Dienstag kommender Woche eine Aufsichtsratssitzung von Visit Berlin statt.

Tourismus-Zahlen zuletzt rückläufig

Berlin hinkt im Tourismus seit Jahren den Rekordwerten der Vor-Corona-Zeit hinterher. Im Rekordjahr 2019 wurden 34 Millionen Übernachtungen verzeichnet, im vergangenen Jahr waren es 29,4 Millionen. Im ersten Halbjahr 2026 fiel die Bilanz schlechter aus als im Vorjahreszeitraum.

Quelle: dpa

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