Berlin & BrandenburgPolizei Cottbus ermittelt nach Nazi-Parolen

Mehrere mutmaßlich rechte Angriffe haben vor wenigen Wochen für Fassungslosigkeit in Cottbus gesorgt. Jetzt ermittelt die Polizei wegen Nazi-Parolen, einem verbotenen Symbol und einer kaputten Fahne.
Cottbus (dpa/bb) - Wieder ermittelt die Polizei in Cottbus wegen mutmaßlicher Nazi-Parolen und eines verbotenen Symbols. Die Stadt kommt nach wiederholten mutmaßlich rechten Angriffen unter anderem auf ein alternatives Wohnprojekt Anfang Juli nicht zur Ruhe.
Bei Aufbauarbeiten zu einem Stadtteilfest kamen in Cottbus-Sandow aus einer Gruppe heraus Rufe wie "Sieg Heil" und "Deutschland den Deutschen". Wie die Polizei über den Vorfall vom Freitagabend mitteilte, seien Platzverweise gegen die Personen ausgesprochen und Strafverfahren eingeleitet worden.
Teils waren laut Polizei Minderjährige in der Gruppe. Das Alter der Verdächtigen konnte ein Sprecher der Polizeidirektion Süd jedoch nicht angeben.
Regenbogenfahne an Haus zerrissen
In Nacht von Sonntag auf Montag stahlen Unbekannte eine Regenbogenfahne aus einem Fensterrahmen in der Spremberger Vorstadt in Cottbus und zerrissen sie. Die Fahne hing außen an einem Mehrfamilienhaus.
In Spremberg wurde am Sonntag an der Rückwand einer Garage der Ortskirche ein schwarzes Hakenkreuz entdeckt. Das verbotene Symbol sei mit einem Filzstift aufgebracht worden. Die Größe laut Polizei: 50 mal 50 Zentimeter.
Mutmaßlich rechte Angriffe
Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf das alternative Wohnprojekt "Zelle 79" in Cottbus ermittelten Staatsschutz und Mordkommission seit Anfang Juli wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Die Polizei geht von zwei Tätern aus, die aus dem rechtsextremistischen Spektrum kommen. Zudem prüfen die Ermittler eine versuchte Brandstiftung an einem Club. Der Staatsschutz ermittelt auch, weil wenig später eine Scheibe an einem Grünen-Büro zerstört wurde.
Fachstelle: Zahl antisemitischer Fälle gestiegen
Die Fachstelle Antisemitismus registrierte in ihrem Monitoringbericht 2025 zudem, dass sich in der kreisfreien Stadt Cottbus die Zahl der Vorfälle von 21 auf 57 mehr als verdoppelt habe. In der Landeshauptstadt Potsdam erfasste die Einrichtung im vergangenen Jahr 53 Vorfälle.
Erst im April Ermittlungsgruppe eingerichtet
Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) hatte vor Monaten vor einem Anstieg politisch motivierter Gewalt unter Jugendlichen und einer Radikalisierung über das Internet gewarnt. Nach einem Hakenkreuz und einem antisemitischen Schriftzug an der Synagoge in der Cottbuser Innenstadt im April waren Sicherheitsvorkehrungen erhöht worden. In Cottbus und Südbrandenburg gibt es aber auch ein Netzwerk, das sich gegen Rechts engagiert.