Berlin & BrandenburgPolizei-Schutz durch Krieg in Nahost verstärkt gefordert

Nach der Eskalation in Nahost hat die Polizei in Berlin mehr Einsatzkräfte mobilisiert. Sensible Einrichtungen, die bereits geschützt werden, stehen unter besonderer Beobachtung.
Berlin (dpa/bb) - Infolge des islamistischen Terrorangriffs auf Israel und der aktuellen Eskalation in Nahost werden mehr Gebäude in Berlin geschützt. Aktuell bewacht der Objektschutz der Polizei insgesamt 1.132 gefährdete Objekte, darunter 174 jüdisch-israelische Gebäude, wie die Behörde auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Ende 2024 wurden nach damaligen Angaben der Polizei 1.085 gefährdete Gebäude geschützt.
Die Beamten stehen vor Botschaften, Synagogen und anderen Einrichtungen oder fahren diese regelmäßig an. Bei der Bewachung werden die derzeit 1.483 Objektschützer von Polizistinnen und Polizisten unterstützt. Deren Anzahl hängt von der jeweiligen Lage ab, wie es von der Polizei hieß.
Nach Angaben der GdP werden seit Monaten 350 bis 400 Beamtinnen und Beamte zur Verstärkung des Objektschutzes abgestellt. "Sie reißen auf den Abschnitten, in den Hundertschaften und Kommissariaten gravierende Lücken", erklärte der Berliner GdP-Landesvize Thorsten Schleheider. Er bezeichnete die Situation im Zentralen Objektschutz als "absolute Katastrophe".
GdP fordert Unterstützung vom Bund
Angesichts der Herausforderung für die Polizei forderte Schleheider erneut mehr Unterstützung vom Bund. Globale Ereignisse hätten immer Auswirkungen auf die Sicherheitslage in der Hauptstadt. Die Berliner Polizei sei personell jedoch "nicht für die Folgen von kriegerischen Auseinandersetzungen aufgestellt". "Der Schutz von Botschaften und vielen anderen gefährdeten Objekten kann nicht allein Berliner Aufgabe sein, sondern hat internationale Bedeutung und sollte dementsprechend durch den Bund übernommen werden", sagte der GdP-Landesvize.
Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel hatte bereits wenige Monate nach dem Terrorangriff auf Israel gesagt, dass durch den Konflikt im Nahen Osten eine personelle Anforderung für den Personen- und den Objektschutz entstanden sei, die oft bis an die Grenzen gehe. Der zusätzliche Bedarf werde vor allem durch Überstunden gedeckt.