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Berlin & BrandenburgPro-kurdische Demonstranten ziehen durch Berlin

21.01.2026, 19:50 Uhr
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(Foto: Christoph Soeder/dpa)

Vor dem Brandenburger Tor in Berlin demonstrieren hunderte Menschen für die Kurden in Nordsyrien. Darunter sind viele Frauen und auch Jugendliche. Sie protestieren

Berlin (dpa/bb) - Mehrere hundert Menschen haben sich vor dem Hintergrund der zugespitzten Lage in Nordsyrien zu einer pro-kurdischen Kundgebung am Brandenburger Tor versammelt. Anschließend zogen sie am Abend über den zum Teil für den Verkehr gesperrten Boulevard Unter den Linden und dann Richtung Potsdamer Platz. Nach Angaben der Berliner Polizei, die die Zahl der Teilnehmer auf rund 1.000 schätzte, blieb es weitgehend friedlich.

Die Veranstalter gingen von einer noch höheren Teilnehmerzahl aus. Angemeldet waren zunächst nur 150 Personen. Unter den Demonstranten waren auch zahlreiche Frauen und Jugendliche. Anlass für die Kundgebung und den Demonstrationszug war nach Angaben der Veranstalter die aktuelle Situation der Kurden in Syrien und die Angst vor einer weiteren Eskalation.

Machtkämpfe in Syrien

Regierungstruppen und die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) liefern sich Kämpfe um Macht, Einfluss und Gebietskontrolle in Nord- und Ostsyrien. Trotz des offiziellen Waffenstillstands gebe es weiter Angriffe auf die kurdischen Gebiete, lautete die Kritik.

Der kurdisch verwaltete Nordosten Syriens ist als Rojava bekannt. "Stoppt die Angriffe auf Rojava jetzt!" stand auf einem breiten Transparent an der Spitze des Demonstrationszugs. "Rettet Rojava" war auf Plakaten zu lesen.

Kurden in Rojava wollen einen eigenen Staat

Immer wieder riefen Teilnehmerinnen und Teilnehmer "Hoch die internationale Solidarität". Zu der Demonstration hatte ein Bündnis verschiedener kurdischer Gruppierungen aufgerufen.

Kurden leben vor allem im Südosten der Türkei, aber auch im Iran, im Irak sowie in Syrien. Die Kurden im Gebiet Rojava wollen ihren Traum von einem eigenen Staat vorantreiben. Sowohl die Regierung unter Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa als auch die Türkei wollen das verhindern. Die Türkei befürchtet einen kurdischen Mini-Staat mit Verbindungen zur PKK.

Bei pro-kurdischen Demonstrationen in Stuttgart und Hannover am Dienstag war es zu Angriffen auf Polizisten gekommen, die zum Teil mit Flaschen und Pyrotechnik beworfen wurden. Für Mittwochabend waren in zahlreichen deutschen Städten weitere pro-kurdische Demonstrationen angekündigt.

Quelle: dpa

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