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Berlin & BrandenburgTierschutzbeauftragte: "Qualzucht" bei beliebten Rassen

12.08.2026, 17:52 Uhr
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Bulldoggen und Zwergspitze sind aus Sicht der brandenburgischen Tierschutzbeauftragten nach wie vor beliebt. Doch die Zucht mancher Rassen erhöht das Risiko für gesundheitliche Probleme, mahnt sie.

Potsdam (dpa/bb) - Brandenburgs Landestierschutzbeauftragte Anne Zinke warnt davor, dass die Zucht bestimmter Rassen mit Tierleid verbunden ist. Sie spricht von "Qualzucht". Nach Einschätzung Zinkes verstärkt die Verbreitung von Bildern und Videos sogenannter "Trendtiere" in Werbung und sozialen Medien das Problem. Die Nachfrage nach "gesundheitlich belasteten Rassen" werde weiter gesteigert, kritisierte sie.

"Ob im urbanen Raum oder in sozialen Medien: Französische und Englische Bulldoggen, Dackel oder Zwergspitze gehören weiterhin zu den besonders nachgefragten Rassen, mit steigender Tendenz", sagte die Tierärztin. "Dies geschieht, obwohl viele dieser Tiere aufgrund extremer züchterischer Selektion ein hohes Risiko für Schmerzen, Leiden oder dauerhafte Schäden aufweisen oder solche im Verlauf ihres Lebens entwickeln." Kurzköpfige Hunde könnten bei hohen Temperaturen schnell überhitzen, hieß es.

Kampagne "Lifestyle oder Lebewesen"

Die Landestierschutzbeauftragte will die Öffentlichkeit über die Folgen von sogenannten Qualzuchten informieren. Gemeinsam mit dem Verein Tierwohl statt Lifestyle - Gemeinsam gegen Qualzucht e.V. hat sie eine Postkartenkampagne mit dem Titel "Lifestyle oder Lebewesen" initiiert.

Als Qualzucht versteht Zinke jede Form der Tierzucht, bei der Nachkommen aufgrund gezielt angezüchteter Merkmale ein Leben mit Schmerzen, Leiden oder Schäden führen müssen. Besonders häufig betroffen seien beliebte Hunderassen, deren Zucht zunehmend auf Merkmale ausgerichtet sei, die als niedlich oder ästhetisch attraktiv wahrgenommen werden. Zinke nannte etwa übergroße Augen, stark gerundete Köpfe, breite Gesichter sowie bestimmte Fell- und Augenfarben.

Auch Katzen und weitere Heimtiere betroffen

Auch extreme Körperformen wie sehr lange Rücken, übermäßig kurze Gliedmaßen oder extrem kleine beziehungsweise sehr große Körpergrößen könnten problematisch sein. Bestimmte Katzenrassen wie Nacktkatzen, Perserkatzen und Scottish Fold sowie weitere Heimtiere wie Meerschweinchen, Kaninchen und Reptilien seien ebenfalls betroffen, so die Landestierschutzbeauftragte.

Quelle: dpa

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