Berlin & BrandenburgWetter und Vogelgrippe setzen Wildvögeln zu

Frost, Hunger und Vogelgrippe: Zahlreiche Wildvögel in Berlin und Brandenburg sterben - welche Gefahren lauern für Schwäne und Kormorane?
Potsdam (dpa/bb) - Nicht nur die Vogelgrippe erfasst zahlreiche Wildvögel in Berlin und Brandenburg - auch Frost und vereiste Gewässer setzten den Tieren zu. Bei vielen tot entdeckten Wildvögeln dürfte es sich um Winteropfer handeln, sagte ein Sprecher des Landesamtes für Umwelt (LfU) in Brandenburg. Eine höhere Sterblichkeit unter diesen Wetterbedingungen sei normal.
Bei der Kälte sei der Energiebedarf der Vögel hoch, Nahrung zugleich aufgrund vereister Wasserflächen gering, sagte der Sprecher. Wildvögel verhungerten oder sterben an Unterkühlung und Erkrankungen. Dennoch sollten bei einer Häufung tot entdeckter Vögel die Ursachen untersucht werden, so die Behörde. Auch das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung teilte mit: "Anhaltender Frost, vereiste Gewässer und eingeschränkte Nahrungsverfügbarkeit stellen insbesondere geschwächte Tiere vor große Herausforderungen. Nicht alle Vögel überstehen diese extremen Bedingungen."
Um die 30 toten Wildvögel im Landkreis Dahme-Spreewald
Der Landkreis Dahme-Spreewald in Südosten Brandenburgs teilte am Freitag mit, dass in diesem Jahr 29 tote Schwäne und Kormorane gefunden wurden. Bei mehreren der Tiere habe das Landeslabor Vogelgrippe-Viren nachgewiesen. Das Ergebnis des Friedrich-Loeffler-Instituts werde kommende Woche erwartet.
Tote Tiere auch in Berlin
Zuletzt seien am Tonsee in der Stadt Mittenwalde sieben tote Schwäne und Kormorane entdeckt worden, sagte ein Sprecher des Landkreises. Auflagen für Geflügelhalter wurden erlassen. Auch in Berlin wurden zuletzt 14 Wildvögel im Landeslabor Berlin-Brandenburg positiv auf das Vogelgrippe-Virus getestet.
Laut Friedrich-Loeffler-Institut wurden im Januar in Deutschland 191 Funde von infizierten Wildvögeln - vor allem Gänsearten und Schwäne - gemeldet. Betroffen waren zwölf Bundesländer.