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Hamburg & Schleswig-HolsteinArmbrust-Angriff auf Ex-Vermieter: Angeklagter räumt Tat ein

24.08.2026, 13:13 Uhr
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Mit einer Armbrust soll ein Mann auf seinen ehemaligen Vermieter geschossen haben. Vor Gericht spricht der 37-Jährige von Kränkung und Existenzängsten nach der Kündigung.

Kiel/Bordesholm (dpa/lno) - Nachdem ein Senior im März im Kreis Rendsburg-Eckernförde mit einer Armbrust schwer verletzt worden war, hat sich der Angeklagte vor dem Landgericht in Kiel zur Tat geäußert. "Es fing damit an, dass ich eine Krise hatte", sagte der 37-Jährige. So habe es schon länger finanzielle Probleme sowie Konflikte zwischen dem Angeklagten und seinem ehemaligen Vermieter gegeben - sei es wegen lärmender Nachbarn, nicht angebrachter Feuermelder oder nicht bekommenen E-Mails.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann zuvor beim heutigen Prozessauftakt vor, heimtückisch versucht zu haben, den Mann zu töten. "Der Angeklagte bewegte sich zur Wohnanschrift mit der Absicht, den Mann aus Wut zu töten, weil dieser ihm die Mietwohnung gekündigt hatte", sagte Staatsanwalt Achim Hackethal. Dafür habe er eine Armbrust und 19 Bolzen dabeigehabt.

Nach Angaben des Angeklagten machte er sich wegen der Probleme mit dem Vermieter und schließlich der fristlosen Kündigung am Abend des 16. März mit dem Fahrrad und der Armbrust zum Grundstück des Vermieters auf. Ihn habe ein "Gefühlschaos aus Kränkung und Existenzängsten" begleitet, erklärte der Mann. Er sei dabei ganz in Schwarz gekleidet gewesen und habe Handschuhe getragen, um nach eigener Aussage keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Gleichzeitig habe er mit sich gerungen, ob er die Tat überhaupt durchziehen solle.

Ablauf der Tat

Als der Angeklagte an der Wohnung eintraf, klingelte er laut Staatsanwalt an der Tür des 73-Jährigen und wartete auf der gegenüberliegenden Straßenseite, bis sich die Tür öffnete. Um in der Dunkelheit unentdeckt zu bleiben, trug er schwarze Kleidung. Als die Tür aufging, drehte er sich um und schoss ohne Vorwarnung auf den Senior. Ein Bolzen traf ihn in die Brust, so die Anklage. Die Ehefrau des Schwerverletzten zog ihn in die Wohnung und verriegelte die Tür.

Nach Darstellung des Angeklagten klingelte er dagegen an der Tür des ehemaligen Vermieters, wartete aber nicht ab, ob sie geöffnet wurde. Stattdessen ging er wieder in Richtung seines Fahrrads und schoss auf dem Weg einen Bolzen auf die Tür. Als er dann an seinem Fahrrad war und gerade losfahren wollte, öffnete sich doch die Tür. Daraufhin drehte sich der Angeklagte nach eigenen Angaben um, spannte die Armbrust und schoss auf den Senior. Anschließend stieg er aufs Rad und floh. Der Angeklagte konnte nach der Tat von der Polizei gestellt und festgenommen werden - seitdem sitzt er in Haft.

Laut Staatsanwalt Hackethal durchbohrte der Bolzen den rechten Lungenflügel des Mannes. Noch in der Nacht wurde er operiert, verbrachte vier Wochen auf der Intensivstation und musste zeitweise im Koma künstlich beatmet werden. Ende April konnte er das Krankenhaus verlassen.

Angeklagter besaß Armbrust schon mehrere Jahre

Der Angeklagte will die Armbrust 2020 oder 2021 in einem Geschäft erworben und bis zur Tatnacht nicht benutzt haben. Sein Ziel sei nach eigenen Aussagen gewesen, Zielschießen als Hobby zu betreiben. Allerdings habe er keinen Schießstand gefunden, auf dem seine Waffe zugelassen gewesen sei.

Für den Prozess sind vier Termine angekündigt worden. Ein Urteil könnte Anfang September fallen.

Quelle: dpa

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