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Hamburg & Schleswig-HolsteinGebäudesektor - Land erlaubt Restemissionen über 2040 hinaus

29.06.2026, 13:47 Uhr
Wir-wollen-2040-erstes-klimaneutrales-Industrieland-sein-in-Schleswig-Holstein-und-ein-entscheidender-Baustein-dafuer-ist-der-Gebaeudesektor-erklaerte-Ministerpraesident-Daniel-Guenther

Schleswig-Holstein will bei der Klimaneutralität im Gebäudesektor mehr Flexibilität erlauben. Restemissionen sollen auch nach 2040 möglich bleiben - und anderweitig ausgeglichen werden.

Kiel (dpa/lno) - Schleswig-Holstein will den Ausstoß von Restemissionen im Gebäudesektor länger als geplant erlauben. Damit soll die klimaneutrale Transformation des Wohnungsbestandes sozialverträglich gemacht werden, wie Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in Kiel betonte.

"Die Landesregierung erkennt daher an, dass auch nach 2040 im Gebäudesektor Restemissionen verbleiben können, die in anderen Sektoren ausgeglichen werden müssen", sagte Günther bei der Unterzeichnung einer Realisierungsvereinbarung mit Wohnungs- und Wohlfahrtverbänden sowie der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen in Kiel.

"Wir wollen 2040 erstes klimaneutrales Industrieland sein in Schleswig-Holstein, und ein entscheidender Baustein dafür ist der Gebäudesektor", erklärte Günther. Seit 1990 seien die Treibhausgasemissionen dabei schon um 43 Prozent gesunken. "Wir sind uns alle bewusst, dass es großer Anstrengungen bedarf, um gerade in diesem Bereich, ich sag' mal, die Anzahl der Restemissionen möglichst gering zu halten", betonte er.

Heizungstausch im Fokus

Ein wesentlicher Punkt dabei sei der Heizungstausch. Laut Günther wurde in der Vereinbarung festgehalten, dass der verpflichtende Anteil erneuerbarer Energien ab 2030 angehoben wird, um das Klimaziel zehn Jahre später zu erreichen.

"Der Transformationsprozess muss so gestaltet werden, dass weder die Mieterinnen und Mieter noch die Eigentümerinnen und Eigentümer durch die Investitionen überfordert werden", sagte Bauministerin Magdalena Finke (CDU). So dürften Klimaschutz und bezahlbarer Wohnraum keine Gegensätze sein - daher wolle sich das Land für die richtigen Rahmenbedingungen einsetzen. Eine Machbarkeitsstudie soll zudem klären, welche Maßnahmen und Unterstützung für die Wohnungsbauförderung notwendig sind.

VNW-Direktor sieht in Vereinbarung "gute Lösung"

Es sei eine Vereinbarung gefunden worden, die die Probleme anerkennt und aufzeigt, wie der Pfad in die Zukunft sein kann, sagte der Direktor des Verbandes Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Andreas Breitner. "Die für Schleswig-Holstein vorgezogene Klimaneutralität ist schwer erreichbar und kann teuer werden."

Mit Blick darauf, dass auch über 2040 hinaus noch Restemissionen im Gebäudesektor ausgestoßen werden können, sprach Breitner von einer "guten Lösung". Er hatte bereits zuvor immer wieder kritisiert, dass das Ziel der Klimaneutralität das bezahlbare Wohnen im Land gefährde - die Vereinbarung versteht er nun als "Friedensangebot".

Quelle: dpa

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