Hamburg & Schleswig-HolsteinGedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus in Itzehoe

Die Landtagspräsidentin nennt die Erinnerung an NS-Opfer eine "dauerhafte Verpflichtung". Besonders bewegend: Zeitzeuge Nicolaus Blättermann berichtet von Verfolgung und Zwangsarbeit.
Kiel (dpa/lno) - Landtagspräsidentin Kristina Herbst hat bei der zentralen Gedenkfeier des Schleswig-Holsteinischen Landtages in Itzehoe an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Im Mittelpunkt des Gedenkens standen die Millionen Opfer - insbesondere die sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden sowie die zahlreichen weiteren Verfolgten, darunter Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, politische Gegnerinnen und Gegner sowie Homosexuelle. "Erinnerung ist keine freiwillige Geste, sondern eine dauerhafte Verpflichtung der demokratischen Gesellschaft", betonte Herbst.
Der 105 Jahre alte Holocaust-Überlebende Nicolaus Blättermann sprach als Zeitzeuge über Verfolgung, Zwangsarbeit und Konzentrationslager. Sein Engagement für den Wiederaufbau jüdischen Lebens in Deutschland würdigte die Landtagspräsidentin als "größten Sieg über die Nationalsozialisten".
Zugleich schlug Herbst den Bogen zur Gegenwart. Sie zeigte sich besorgt über zunehmenden Antisemitismus auch in Schleswig-Holstein - etwa durch Vandalismus an Gedenkorten, wie jüngst am Mahnmal der Kieler Synagoge, und antisemitische Vorfälle im öffentlichen Raum. Solche Taten seien Angriffe auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und dürften nicht hingenommen werden.