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Hamburg & Schleswig-HolsteinGünther sucht zum Landesgeburtstag Kontakt zum Volk

03.08.2026, 14:50 Uhr
Hundert-oder-mehr-Menschen-begleiten-Guenther-auf-der-ersten-Etappe-seiner-Wanderung

Mancher spaziert gern alleine durch die Landschaften Schleswig-Holsteins. Daniel Günther hat sich Begleitung eingeladen. Viele Menschen wandern mit ihm auf der Naturparktour zum 80. Landesgeburtstag.

Plön (dpa/lno) - Von den Schönheiten des Weges am Großen Plöner See sieht Daniel Günther bei dieser Wanderung nicht allzu viel. Zu sehr interessieren sich seine Begleiter für das Gespräch mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten. Der 53 Jahre alte Politiker hat es so gewollt, denn an diesem Sommermorgen sucht er die Nähe zu den Menschen im Land auf besondere Weise.

Wie viel Abstand sie denn halten müssen, fragen zwei Wanderer, die mit dem CDU-Politiker ein Foto möchten. "Gar keinen", sagt Günther ebenso trocken wie gut gelaunt. Von seiner freundlichen Drohung, sollte niemand ihn ansprechen, werde er eben die Gespräche anfangen, muss er natürlich keinen Gebrauch machen.

17 Kilometer durch die Holsteinische Schweiz

Der Wanderweg führt von der Nicolaikirche auf dem Plöner Marktplatz mit Zwischenstationen in der Marineunteroffizierschule und am Fährhaus Niederkleveez 17 Kilometer weit bis nach Eutin. Es ist die erste von fünf Etappen über zusammen 80 Kilometer zum 80. Geburtstag des Landes Schleswig-Holstein, das am 23. August 1946 gegründet worden war. Günther lädt die Menschen ein, ihn ein Stück zu begleiten und mindestens 100 Wanderer nutzen den sonnigen Tag dazu, dem Regierungschef nahezukommen.

Hans-Peter Pargmann aus dem Kreis Plön plaudert zunächst über das gemeinsame Hobby des Laufens mit Günther, hat dann aber auch ein ernstes Anliegen. "Ich bin seit 50 Jahren in der Feuerwehr, mit 67 ist Schluss. Da müsste man flexibler werden", sagt Pargmann. Auf den Dörfern fehlen tagsüber Feuerwehrleute. Da würde er zum Beispiel noch als Fahrer helfen können. "Aber ich darf nicht." Günther habe gesagt, er wolle darüber noch einmal mit den Feuerwehren sprechen, berichtet er anschließend. "Was ich gut finde bei ihm, dass er auch gegenüber Berlin seine Meinung äußert", sagt Pargmann über Günther. "Das finde ich, ist sehr wichtig."

Zur Entwicklung des nördlichsten Bundeslandes meint er, das sei im Großen und Ganzen gut gelaufen. Pargmann sieht allerdings die Gefahr, dass künftig mehr wohlhabende Menschen aus Süddeutschland in Schleswig-Holstein Wohnungen kaufen, weil hier die Temperaturen angenehmer sind. "Ich hoffe nicht, dass es so kommt wie auf Sylt, dass die Leute, die dort arbeiten, sich die Wohnungen nicht mehr leisten können."

Mitwanderer mit Schleswig-Holstein zufrieden

Schleswig-Holstein habe allen Grund, seinen 80. Geburtstag gebührend zu feiern, sagt Günther vor dem Abmarsch auf dem Plöner Marktplatz. Die Wanderstrecken seien bewusst durch die Naturparke des Landes gelegt. Die Naturverbundenheit sei etwas, das die Menschen in Schleswig-Holstein besonders auszeichne.

Umweltminister Tobias Goldschmidt schließt sich der Wanderung auf der 1. Etappe an. Ob er sich auf die Tour freue? "Absolut, Sonnenschein, erster Tag nach dem Urlaub", sagt er gut gelaunt. Er beobachte allerdings - wie alle im Moment - die Hitze des Sommers, die ein mulmiges Gefühl verursache. "Gleichzeitig wissen wir, dass wir etwas dagegen tun können, indem wir uns anpassen."

Naturparke sind für Goldschmidt gute Investition in die Zukunft

Am Naturpark Holsteinische Schweiz könne man sehen, was man dafür brauche. Gewässer, Knicks, viel Grün. "Deswegen sind die Naturparke ein ganz wertvolles, schönes Instrument für die regionale Entwicklung, für den Tourismus, für den Naturschutz und letztlich eine Investition in eine gute Zukunft."

"Ich finde es sehr entspannt", sagt Jörg Pohoretzki beim Zwischenstopp in der Minineunteroffizierschule. Der frühere Geschichtslehrer aus Lübeck sieht die Bilanz des Landes positiv. Schleswig-Holstein habe es nicht ganz leicht gehabt als strukturschwaches Flächenland. "Das ist keine ideale Startvoraussetzung gewesen. Aber insgesamt, meine ich, kann sich Schleswig-Holstein sehen lassen." Es sei ein sehr empfehlenswertes Bundesland. "Ich liebe das hier."

Bei jeder Gelegenheit, sogar beim Gehen, hat Ulrike Plötz von der Künstlervereinigung Urban Scetchers in Eutin Stift und Skizzenbuch in der Hand. Sie bringt mit schnellen Strichen zu Papier, was an diesem hellen Tag zu sehen ist. Günther ist bei einem Blick in die kleine Sammlung angetan. Ganz gut getroffen fühle er sich.

Künstlerin hält Wanderung in Zeichnungen fest

An Schleswig-Holstein schätzt sie die "guten Lebensumstände". Günthers Idee, den Landesgeburtstag mit Wanderungen zu feiern, nennt sie "sehr liebenswert, finde ich ganz süß". Volksnah sei Günther ohnehin, "das finde ich ja so nett an ihm", sagte die Künstlerin, unabhängig von parteipolitischen Vorlieben. "Ihn finde ich großartig."

Mit einem solchen Lob im Rücken kann der Regierungschef die weiteren Etappen der Wanderung gelassen angehen. Auf dem Programm stehen in den nächsten Tagen noch die Naturparke Lauenburg, Aukrug, Westensee sowie Schlei und Hüttener Berge. Außer der Reihe, damit die Westküste nicht vergessen wird, denn "die ist natürlich auch schön", wie Günther betont, geht es an diesem Freitag von Dagebüll aus über das Watt zur Hallig Oland.

Quelle: dpa

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