Hamburg & Schleswig-HolsteinHafengeburtstag mit weniger Besuchern als in Vorjahren

Zwischen Weltrekord und Festivalstimmung: Nach drei Tagen maritimer Party an der Elbe endet der Hamburger Hafengeburtstag mit der Auslaufparade. Die Besucherbilanz fällt verhaltend aus.
Hamburg (dpa/lno) - Der Hamburger Hafengeburtstag hat in diesem Jahr etwas weniger Besucher als in den Vorjahren angelockt. Nach Angaben der Veranstalter feierten 1,1 Millionen Menschen das 837. Jubiläum des Hafens. Im Vorjahr war die Besucherzahl mit 1,2 Millionen angegeben worden, im Jahr 2024 sogar mit 1,5 Millionen.
Das dreitägige Volksfest ging am Sonntag mit der traditionellen Auslaufparade zu Ende. Die zahlreichen Großsegler, historischen Schiffe und Einsatzboote, die für das Wochenende aus aller Welt in die Hansestadt gekommen waren, zogen mit großen Wasserfontänen davon. Die musikalische Begleitung wurde dabei von einem dröhnenden Konzert aus etlichen Schiffshupen übertönt. Insgesamt mehr als 250 Schiffe waren nach Angaben der Veranstalter im Hafen zu Besuch.
Zwischen Weltrekord und großem Feuerwerk
Für Stimmung sorgten Konzerte auf einer schwimmenden Bühne auf der Elbe vor den Landungsbrücken. Sängerinnen, Rapper und DJ's gaben sich am Samstagabend die Klinke in die Hand: Auf die Musikerin Elif folgten unter anderem die Sänger Max Giesinger und Ben Zucker. Ein Set von DJ Topic und das große traditionelle Feuerwerk setzten dem bunten Programm die Krone auf.
Und ein Weltrekord wurde aufgestellt: Als größte temporär aufgebaute schwimmende Bühne der Welt sicherte sich die Hansestadt mit seiner Ponton-Bühne einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. Ein Team von Guinness World Records kam bei einer offiziellen Messung am Abend auf knapp über 2.364 Quadratmeter Fläche – 64 mehr als der vergangene Rekordhalter.
Drohnen-Lichtshow und Schlepperballett
Am Freitagabend hatte der Hamburger Senat mit einer Lichtshow unter dem Motto "Eine Chance für alle" für die Olympischen Spiele in der Hansestadt geworben. Mehr als 1.100 Drohnen leuchteten rund 15 Minuten über dem Hafenbecken. Zahlreiche olympische, paralympische und Hamburger Motive erstrahlten in bis zu 120 Metern Höhe über dem Hafenbecken. Mit der Show wolle man "weit über den Hafen hinaus in der Stadt sichtbar sein", teilte der Veranstalter mit. Zu sehen waren etwa ein Radrennfahrer und ein Tischtennismatch.
Am Samstag konnten die Besucher an den Landungsbrücken vier Schiffe beim Wasserballett bestaunen. Hafenlotse Götz Bolte dirigierte die bis zu 3.000 PS starken Schlepper zu Klassikern wie der Hamburger Landeshymne "Hammonia", "Penny Lane" von den Beatles und klassischer Musik wie Tschaikowskys Nussknacker-Suite. In ständiger Schaukelbewegung von rechts nach links drehten sich die Schiffe gekonnt um die eigene Achse und fuhren in verschiedenen Formationen.
S-Bahnverkehr über die Elbe unterbrochen
Nach Angaben der Polizei gab es bis zum Sonntagnachmittag keine größeren Zwischenfälle auf dem Hafengeburtstag. Allerdings brauchten die Besucher mehr Zeit für die An- und Abreise. Die Autobahn 7 (Flensburg-Hannover) und der Elbtunnel waren am Samstag und Sonntag gesperrt. Auf den Umleitungsstrecken über die innerstädtischen Elbbrücken und die A1 (Lübeck-Bremen) bildeten sich Staus. Nach Angaben der Autobahn GmbH betrug die Verzögerung auf der A1 zeitweise 40 Minuten.
Der S-Bahnverkehr über die Elbe war am Samstagabend über mehrere Stunden gestört. Ein Zug der Linie S3 blieb am Bahnhof Elbbrücken liegen. Einsatzkräfte evakuierten 474 Fahrgäste aus dem Zug. Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn mitteilte, konnte die S-Bahn vermutlich wegen eines IT-Defekts gegen 20.15 Uhr nicht weiterfahren. Ein Abschleppversuch der Feuerwehr schlug zunächst fehl.
Daraufhin brachten Feuerwehr und Rettungskräfte die Fahrgäste aus dem Zug und begleiteten sie zum Bahnsteig. Eine Person kam laut einem Feuerwehrsprecher wegen "panikartiger Symptome" vorsorglich in ein Krankenhaus. Für den mehrstündigen Einsatz wurden die Gleise stromlos geschaltet. Die Strecke zwischen Hauptbahnhof und Harburg war zeitweise gesperrt und wurde erst am späten Abend wieder freigegeben.