Hamburg & Schleswig-HolsteinProzess um Hammerangriff auf Frau - Opfer liegt im Koma

Auf einer Straße in Hamburg-Altona wird eine Frau mit einem Hammer angegriffen. Sie erleidet schwerste Kopfverletzungen. Eine Erklärung des mutmaßlichen Täters vor Gericht wirft Fragen auf.
Hamburg (dpa/lno) - Ein Mann soll kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres eine Frau in Altona mit einem Hammer angegriffen haben. Mit mehreren Schlägen habe ihr der 36-Jährige gravierende Kopfverletzungen zugefügt, heißt es in der Anklage. Die Frau erlitt ein Schädelhirntrauma und einen Schädelbruch. Sie liege seit der Tat am 20. Dezember im Koma, teilte die Hamburger Staatsanwaltschaft mit. Gegen den 36-Jährigen hat nun am Landgericht der Prozess begonnen.
Nach Verlesung der Anklage trug der Verteidiger im Namen seines Mandanten eine Erklärung vor, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Darin hieß es, der Angeklagte habe sich lediglich verteidigt. Nachfragen wurden nicht zugelassen. Im Anschluss hörte das Gericht eine Ärztin aus dem Universitätsklinikum Eppendorf als Sachverständige zum Zustand der verletzten Frau.
Die Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben von einer Anklage wegen versuchten Totschlags abgesehen. Der 36-Jährige habe unmittelbar nach dem Angriff über einen Notruf Rettungskräfte alarmiert. Das wertet die Behörde als strafbefreienden Rücktritt vom Versuch des Totschlags. Darum lautet die Anklage jetzt auf schwere und gefährliche Körperverletzung.
Totschlag wird mit fünf Jahren bis zu lebenslanger Haft bestraft, bei einem Versuch kann die Strafe gemildert werden. Für schwere Körperverletzung beträgt der Strafrahmen ein bis zehn Jahre Haft. Die Strafkammer hat sechs weitere Verhandlungstermine bis zum 3. Juli angesetzt.