Hamburg & Schleswig-HolsteinPunk-Protestcamp auf Sylt endet - zeitweise rund 200 Zelte

Offiziell endet heute der fünfte Punksommer in Folge auf Sylt. An die Protestcamp-Regeln haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehalten - nur manchmal war es ein wenig zu laut.
Tinnum/Husum (dpa/lno) - Angesichts des offiziellen Endes des Punk-Protestcamps auf Sylt zieht der Kreis Nordfriesland eine positive Bilanz. Die Auflagen seien nach Kenntnis des Kreises in den vier Wochen Campzeit eingehalten worden, teilte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mit.
"Es gab lediglich einige Beschwerden über ruhestörenden Lärm." Daraufhin habe der Kreis den Veranstalter auf seine Pflicht hingewiesen, für die Einhaltung der Ruhezeiten zu sorgen - das sei dann auch erfolgt. Bei den Demonstrationszügen durch die Straßen seien laut dem Sprecher keine besonderen Vorkommnisse bei der Behörde gemeldet worden.
Sylt-Punks mussten Müll entsorgen und Nachtruhe einhalten
Zu den Auflagen des auf maximal 300 Zeltende begrenzten Camps gehörte es unter anderem, dass die Mittags- und die Nachtruhe eingehalten werden, der Müll ordnungsgemäß entsorgt wird, die Versorgung der Versammlungsteilnehmer mit Lebensmitteln, Strom und Wasser eigenständig sichergestellt wird und Toiletten sowie Erste-Hilfe-Leistungen bereitstehen. Zudem waren etwa Schilder, Plakate und Transparente, "deren Inhalt gegen die Strafbestimmungen oder die freiheitlich-demokratische Grundordnung verstoßen", im Camp verboten.
Zeitweise rund 200 Zelte auf Sylt
Vier Wochen lang hatten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland unter dem Motto "Normalize Revolution" nach Angaben der Gruppe "Aktion Sylt" Kritik am Kapitalismus geübt und ein Zeichen für mehr Solidarität gesetzt. Am heutigen Sonntag endet das Punk-Protestcamp auf der Nordseeinsel offiziell. Rund 200 Zelte hatten laut Organisatoren zeitweise auf der sogenannten Festwiese in Tinnum nahe dem Flughafen gestanden.
Vor dem Start des Punk-Protestcamps hatte es ein juristisches Tauziehen gegeben. Der Kreis Nordfriesland wollte das Camp auf der Nordseeinsel in diesem Jahr stoppen - die Veranstalter sowie das Verwaltungsgericht sahen das aber anders. Es ist der fünfte Punksommer in Folge auf der Urlaubsinsel.